Heute ist der 20.05.2026, und wir werfen einen Blick darauf, wie unsere deutschen Landsleute im Ausland wahrgenommen werden. Eine Umfrage des britischen Finanzdienstleisters Remitly hat im März 2026 über 4600 Personen aus 26 Ländern befragt. Das Ergebnis? Deutschland wird tatsächlich als eine der fünf höflichsten Nationen eingestuft! Allerdings – und hier kommt der Haken – die Deutschen selbst sehen sich ganz anders und landen in ihrer eigenen Wahrnehmung nur auf Platz 21. Ganz schön ernüchternd, oder?

Was sind die Gründe für diese Diskrepanz? Begeisterung für direkte Kommunikation, Respekt, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Rücksichtnahme – das sind die positiven Aspekte, die andere Nationen den Deutschen zuschreiben. Doch wenn es um die Freundlichkeit geht, lautet das Urteil eher ernüchternd: Deutschland belegt den letzten Platz in dieser Kategorie. Die fünf freundlichsten Nationen sind Kanada, Brasilien, Australien, Japan und Spanien. Lustigerweise bemerken viele, dass wir Deutschen beim Smalltalk eher zurückhaltend sind und unsere Gespräche oft kurz und prägnant halten. Das kommt nicht überall gut an.

Die Wahrnehmung im internationalen Kontext

Die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat ebenfalls Umfragen zur Wahrnehmung der Deutschen im Ausland durchgeführt. Dabei zeigt sich, dass unsere Ordnungsliebe, Pünktlichkeit und Disziplin zwar geschätzt, aber nicht immer gemocht werden. Ein chinesischer Befragter beschreibt uns gar als „zu ordentlich“ – was das wohl bedeutet? Die Südamerikaner hingegen haben ein ganz anderes Bild: Sie bemerken, dass Deutsche beim Tanzen Schwierigkeiten mit ungenauen Schrittfolgen haben. Wer hätte gedacht, dass wir beim Tanzen so aus der Reihe tanzen?

Ein Kolumbianer geht sogar so weit, uns als engstirnig zu bezeichnen und hegt eine besondere Vorliebe für ordnungsgemäße Quittungen. Das klingt fast wie eine Beschreibung eines typischen deutschen Bürgers! An dieser Stelle könnte man fast schmunzeln. Es zeigt sich, dass kulturelle Unterschiede Missverständnisse hervorrufen können, sowohl im Urlaub als auch bei Geschäftsreisen. Menschen aus verschiedenen Ländern haben unterschiedliche Auffassungen von Höflichkeit und Kommunikation.

Die heimische Sicht auf Höflichkeit

<pIn Deutschland selbst sieht die Situation nicht viel besser aus. Eine Umfrage zeigt, dass 61% der Befragten in Hamburg ihren Alltag als höflich empfinden, während in Bremen nur 36% dieser Meinung sind. Es gibt auch eine interessante Beobachtung: 61% der Befragten empfinden Unhöflichkeit im Straßenverkehr als problematisch. Und nicht zu vergessen die 15%, die Unhöflichkeit am Arbeitsplatz als ernsthaftes Problem betrachten. Komisch, oder? Da fragt man sich, wie das Bild, das wir im Ausland abgeben, mit unserer eigenen Wahrnehmung übereinstimmt.

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Eine Dissertation von Iris Wangermann beschäftigt sich mit der direkten und indirekten Kommunikation in Deutschland, Österreich und Italien. Die Ergebnisse zeigen, dass die österreichische Kommunikation als direkter gilt als die deutsche oder italienische, was zu der Frage führt: Ist unser direkter Stil vielleicht doch nicht immer das Beste, was wir im Ausland abgeben können?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Wahrnehmung der Deutschen im Ausland ein vielschichtiges Thema ist, das sowohl positive als auch negative Aspekte umfasst. Es gibt Raum für Verbesserungen in der eigenen Wahrnehmung, und vielleicht sollten wir uns mehr Zeit für Smalltalk nehmen, um die Herzen anderer zu gewinnen.