Heute ist der 20.05.2026. In Mecklenburg-Vorpommern, einem Landstrich mit fast 2.000 Kilometern Ostseeküste und über 2.000 glitzernden Seen, gibt es viel zu entdecken. Die Natur, die Kulturveranstaltungen und die zahlreichen Sportevents ziehen jährlich Millionen Touristen an. Doch inmitten dieser Schönheit beschreibt Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) die Lage der Tourismusbranche als angespannt – und das hat seine Gründe. Die Kostensteigerungen der letzten Jahre bei Energie, Personal und Einkauf machen der Hotellerie und Gastronomie ordentlich zu schaffen. Es ist nicht leicht, in diesen Zeiten Fuß zu fassen. Trotz alledem gab es 2025 über 33 Millionen Übernachtungen bei rund 8 Millionen Gästen – ein Rekordergebnis, das aber trotzdem einen bitteren Beigeschmack hat, denn es war das sechste Jahr in Folge mit Umsatzrückgang.
Die Gäste, sowohl Einheimische als auch Touristen, geben weniger Geld aus. Lars Schwarz, der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes MV, hat dazu klare Worte gefunden und dankt Schwesig für ihre Unterstützung bei der Absenkung der Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie. Die Gründung der MV Tourismus GmbH im Vorjahr sollte frischen Wind in die Tourismuswerbung bringen, nachdem der vorherige Verband wegen Subventionsbetrugs in die Schlagzeilen geriet. Geschäftsführer Peter Kranz hat sich fest vorgenommen, die Herausforderungen anzugehen und die Qualität des Tourismus zu verbessern.
Herausforderungen und Chancen
Die Branche steht unter Druck, und das spüren insbesondere die rund 160.000 Arbeitsplätze im Tourismussektor von MV. Auf einer Tagung in Warnemünde, wo die Wellen sanft gegen die Küste schlagen, betonte Schwesig vor rund 200 Vertretern aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Tourismus die Notwendigkeit, gemeinsam für Mecklenburg-Vorpommern als Urlaubsland zu werben. Und das ist wichtig, denn die Konkurrenz schläft nicht. Wenn man sich die Zahlen anschaut, wird deutlich, dass die internationalen Gästezahlen 2025 um 1,8 Prozent auf rund 965.000 gesunken sind. Das ist ein besorgniserregender Trend, der auch durch die Kaufzurückhaltung und den Konsumverzicht der Kunden bedingt ist.
Ein interessanter Aspekt ist der Rückgang der Besuche aus den Niederlanden, Schweden und Dänemark – während es gleichzeitig einen Zuwachs aus Polen, Österreich, Tschechien und der Schweiz gibt. 2018 war die höchste Zahl an Auslandstouristen in MV mit 405.000 zu verzeichnen. Dennoch, im Jahr 2025 besuchten nur 338.000 internationale Gäste das Bundesland, 7,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Frage, die sich stellt: Wie kann man wieder mehr internationale Gäste nach MV holen?
Die Zukunft im Blick
Die Vorfreude auf die Sommermonate ist spürbar. Für Juli und August 2026 wird eine Auslastung von 80-81 Prozent in den Beherbergungsbetrieben erwartet. Doch es gibt auch Unsicherheiten. Die hohen Spritpreise könnten sich negativ auf das Reiseverhalten der Touristen auswirken. Das ist ein Punkt, der viele Hoteliers beschäftigt. Die Sehnsucht nach Urlaub und Erholung bleibt, aber wie wird sich die wirtschaftliche Lage auf die Buchungen auswirken? Die Entscheidung über den Hauptaustragungsort für die Olympischen Spiele fällt am 26. September durch den DOSB, und Warnemünde hat sich als möglicher Standort für die olympischen Segelwettbewerbe ins Gespräch gebracht. Gute Segelbedingungen und eine bestehende Infrastruktur könnten hier die entscheidenden Argumente liefern.
Die Herausforderungen sind groß, aber der Wille zur Veränderung ist stark. Mecklenburg-Vorpommern hat viel zu bieten und die Hoffnung, dass der Tourismus wieder floriert, ist nicht verloren. Es bleibt spannend, wie sich die Branche in den kommenden Monaten entwickeln wird.