In Deutschland gibt es sie, die legendären Grandhotels – man denke nur an das prächtige Vier Jahreszeiten in Hamburg oder das Adlon in Berlin. Ein Aufenthalt im Adlon ist kein Schnäppchen, denn für einen Monat muss man da schon mal 10.222 Euro auf den Tisch legen. Und das ist noch nicht mal die Obergrenze, denn Preise können auch schon ab 5.400 Euro beginnen. Wenn man sich das mal auf der Zunge zergehen lässt, könnte man meinen, hier wird mehr Wert auf Luxus gelegt als auf die Versorgung der älteren Generation. Doch das Bild ändert sich, wenn man einen Blick auf die Pflegeheime wirft, die sich oft im Schatten dieser Glanzstücke befinden.

In Köln wird gerade das Haus Sechs von der Diakonie in Michaelshoven errichtet – ein Pflegeheim für 120 Senioren. Eine wichtige Botschaft von Uwe Ufer, dem kaufmännischen Vorstand der Diakonie, ist, dass dieses Heim für alle offen ist, völlig unabhängig von den finanziellen Mitteln der Bewohner. Das klingt gut, aber die Realität ist oft eine andere. Ein Zimmer im neuen Heim könnte bis zu 9.000 Euro pro Monat kosten, wobei die Bewohner einen Eigenanteil von etwa 4.000 Euro stemmen müssen. Es gibt sogar Fälle wie den von Herrn Küppers, der mit Pflegegrad drei stolze 6.770 Euro pro Monat zahlen würde. Das ist eine Summe, die einem schon ganz schön die Luft zum Atmen nehmen kann.

Die Kosten im Detail

Die Kosten für einen Platz im Altenheim setzen sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. Der Pflegegrad spielt dabei eine entscheidende Rolle und reicht von 2 bis 5. Zum Beispiel liegt die Umlage für Pflege und Betreuung bei etwa 50 bis 57 Euro pro Tag für Pflegegrad 2 und kann bis auf 90 bis 98 Euro pro Tag für Pflegegrad 5 steigen. Hinzu kommen noch zusätzliche tägliche Kosten, die sich nicht einfach ignorieren lassen: Ausbildungsumlagen, Unterkunft, Verpflegung und sogar Investitionskosten müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Und für die, die das Glück haben, in einem Einzelzimmer wohnen zu dürfen, gibt es auch noch einen Zuschlag von 1,12 Euro pro Tag.

Die hohe Investition in das Haus Sechs – stolze 19,5 Millionen Euro – ist nicht nur eine Zahl auf dem Papier. Uwe Ufer äußert sich besorgt über die Vielzahl an Vorschriften, die die Bau- und Betriebskosten in die Höhe treiben. So musste das Gebäude sogar um sieben Grad gedreht werden, nur um den Vorschriften zum Lichtfall zu entsprechen. Über 600 Regularien sind es, die die Diakonie einhalten muss, und das schlägt sich natürlich auch im Preis nieder. Fast 38% der Bewohner in deutschen Pflegeheimen sind mittlerweile auf Sozialhilfe angewiesen, um die hohen Kosten zu decken.

Ein komplexes System

Die Abrechnung der Heimkosten ist ein wahres Puzzle. Sie setzt sich aus vier Hauptbausteinen zusammen. Der größte Posten sind die Kosten für Pflege und Betreuung, die die pflegerischen Leistungen abdecken. Dazu gehört alles von der Körperpflege über die Medikamentengabe bis hin zur sozialen Betreuung – alles abhängig vom Personalaufwand, der wiederum durch den Pflegegrad bestimmt wird. Dann gibt es die sogenannten „Hotelkosten“ – Miete für das Zimmer, Reinigung, Zubereitung und Servieren von Mahlzeiten (meist in Vollpension) sowie die Nebenkosten für Heizung, Strom und Wasser. Auch die Investitionskosten, die für die Instandhaltung oder den Bau der Gebäude anfallen, sind nicht zu vernachlässigen. Sie müssen nachvollziehbar sein, was in einigen Bundesländern durch Pflegewohngeld-Zuschüsse etwas erleichtert wird.

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Last but not least kommt die Ausbildungsumlage ins Spiel – ein solidarischer Beitrag für die Ausbildung neuer Pflegekräfte. Dieser Betrag ist gesetzlich vorgeschrieben und soll die Qualität der Pflege sichern. Das alles klingt nach einem ziemlich komplexen System, das nicht nur die Bewohner, sondern auch die Betreiber der Einrichtungen vor große Herausforderungen stellt. Und während die Grandhotels in den großen Städten glänzen, kämpfen die Pflegeeinrichtungen oft im Hintergrund mit der Realität. Man fragt sich, wie wir in Zukunft unseren älteren Mitmenschen gerecht werden können.