Wie steht es eigentlich um den Vertrieb von Hotels in Europa und Deutschland? Nun, die Zahlen sprechen eine klare Sprache! Über die Hälfte der Übernachtungen in europäischen Hotels, genauer gesagt 51%, werden direkt gebucht. Interessanterweise hat die Konzentration im Markt der Online Travel Agencies (OTAs) in den letzten Jahren zugenommen. So laufen sage und schreibe 85,4% der OTA-Buchungen in Europa über zwei große Akteure: die Booking Holdings und die Expedia Group. Wenn wir einen genaueren Blick auf Deutschland werfen, sehen wir, dass 70,5% der OTA-Buchungen auf Booking Holdings entfallen.

2025 wird prognostiziert, dass 51,3% der Hotelübernachtungen in Europa direkt gebucht werden, während der OTA-Anteil bei 29,9% liegt. In Deutschland sind die Zahlen ebenso spannend: Der Direktvertriebsanteil liegt bei 59,7%, während die OTAs 31,9% ausmachen. Klassische Vertriebskanäle, wie Reiseveranstalter und Reisebüros, sind mit nur 5,4% in Deutschland, und 14% europaweit, fast schon in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Es ist schon verrückt, wenn man bedenkt, dass der Anteil der Direktbuchungen in Europa seit 2013 um 6,3% gesunken ist.

Die Dominanz der OTAs

Die OTAs dominieren weiterhin den Hotelvertrieb in Deutschland und Europa. Im Jahr 2023 lag der Anteil der Übernachtungen, die über OTAs gebucht wurden, in Deutschland bei 31,2% und europaweit bei 29,6%. Komischerweise haben die OTAs in Deutschland einen leichten Rückgang erlebt; 2021 waren es noch 32,8%. Diese Zahlen zeigen, dass der Druck auf die Hotellerie wächst, vor allem wenn wir uns die Marktanteile der großen Player anschauen: Booking Holdings hat seinen Anteil in Europa auf 71% gesteigert, während in Deutschland sogar 72,3% der Buchungen über ihre Plattform laufen. Was für ein Monopol!

Die Expedia Group hingegen kann in Europa auf 14,4% und in Deutschland auf 11,2% blicken. Auch die HRS Group hat in den letzten Jahren einen Rückgang ihrer Marktanteile erlebt – von 16,6% im Jahr 2013 auf nur 4,6% europaweit in 2023. In Deutschland liegt ihr Anteil bei 10,7%. Das Bild wird noch interessanter, wenn wir die Direktbuchungen betrachten: In Europa werden mittlerweile 13,4% aller Übernachtungen direkt über die hoteleigene Website gebucht, und in Deutschland sind es sogar 15,1%. Das klingt nach einem Aufschwung!

Ein Blick auf die Herausforderungen

Doch es gibt auch Herausforderungen für die Hotellerie. 51% der Hotels berichten von Preisunterbietungen durch OTAs, und ein Großteil ist damit alles andere als glücklich. Die Abschläge liegen häufig zwischen 6% und 10%, was nicht nur den Profit schmälert, sondern auch die Preisstruktur verwässert. Es ist ein ständiger Kampf um die besten Preise und Sichtbarkeit in einem Markt, der von wenigen großen Konzernen kontrolliert wird. 80% der betroffenen Hotels stimmen der niedrigeren Preissetzung nicht zu – das sollte zu denken geben!

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Ein weiteres Problem sind Multi-Sourcing-Strategien, die 44% der Hotels nutzen. 17% haben dabei häufig negative Erfahrungen gemacht. Falsche Zimmerbeschreibungen und Überbuchungen sind nur einige der Schwierigkeiten, die die Hoteliers plagen. Und dann ist da noch die Frage der Stornoquote: Während die im Direktvertrieb bei 9,1% liegt, schießt sie bei Buchungen über Booking auf 19% hoch. Ein klarer Nachteil für die, die auf direkte Buchungen setzen.

Der Blick in die Zukunft

Wenn wir einen Blick in die Zukunft werfen, wird spannend, wie sich Technologien wie Künstliche Intelligenz auf den Markt auswirken. Bis 2025 planen 26% der europäischen Hotels, diese Technologien zu nutzen. Es bleibt abzuwarten, ob dies die Wettbewerbsbedingungen fairer gestalten kann. Markus Luthe, Vorsitzender der Distribution Working Group von HOTREC, hat die Notwendigkeit fairer Marktbedingungen betont, insbesondere angesichts der Dominanz von Booking.com, das als Gatekeeper unter dem Digital Markets Act (DMA) identifiziert wurde.

Die Zahlen und Trends sind also ein schillerndes Bild von Chancen und Herausforderungen. Die Hotellerie muss kreativ und flexibel bleiben, um in diesem sich ständig verändernden Umfeld zu bestehen. Und wer weiß, vielleicht sehen wir bald neue, innovative Ansätze, um die Abhängigkeit von OTAs zu verringern. Bis dahin bleibt es spannend!