Geschäftsreisen im Aufbruch: Wie Hotels auf neue Trends reagieren müssen
Heute ist der 11.09.2026. Der Businessreisemarkt zeigt sich in einer Phase der Erholung, auch wenn wir noch nicht ganz auf dem Niveau von 2019 sind. Laut dem Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) ist die Zahl der Geschäftsreisen von 107,1 Millionen im Jahr 2024 auf 116,1 Millionen im Jahr 2025 gestiegen – ein erfreuliches Plus von 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das klingt vielversprechend, oder? Doch im Schatten dieser Zahlen bleibt das Rekordjahr 2019 mit 195,4 Millionen Geschäftsreisen nach wie vor ein unerreichter Traum.
Die Reisekosten haben sich ebenfalls verändert. Während die Gesamtausgaben 2025 bei 48,6 Milliarden Euro lagen – ein Rückgang im Vergleich zu 55,3 Milliarden Euro im Jahr 2019 – ist der Durchschnittspreis pro Reise von 238 Euro auf 418 Euro gestiegen. Das lässt einem schon ein wenig die Augenbrauen heben. Immerhin bedeutet das, dass Unternehmen den Mehrwert von Reisen nun stärker begründen müssen, um die Kosten zu rechtfertigen. Marina Christensen, Head of Sales bei BWH Hotels Central Europe und im Präsidium des VDR, bringt es auf den Punkt: Die Erwartungen an die Hotellerie haben sich gewandelt, und Hotels müssen ihre Angebote anpassen.
Neue Anforderungen an Hotels
Was genau bedeutet das für die Hotellerie? Aspekte wie Gestaltung und gastronomische Angebote gewinnen zusehends an Bedeutung, während funktionale Zimmer weiterhin wichtig bleiben. Jüngere Reisende, die oft die Brücke zwischen Beruf und Freizeit schlagen, erwarten, dass Arbeit, Austausch und Aufenthalt in einem harmonischen Paket angeboten werden. Mit dem Trend des Blended Travel, der geschäftliche und private Reisen miteinander verbindet, stellt sich die Frage, wie Hotels diese neuen Bedürfnisse erfüllen können.
Tagungs- und Seminarhotels haben hier eine besondere Chance. Informelle Austauschmöglichkeiten und gemeinsame Aktivitäten sind gefragt. Die gewohnten digitalen Abläufe – digitale Rechnungsprozesse, mobiler Check-in und blitzschnelle Reaktionszeiten – sind nicht mehr nur nice-to-have, sondern ein absolutes Muss. Unternehmen, die sich nicht anpassen, könnten bald ins Hintertreffen geraten.
Die Rolle der Digitalisierung
Übrigens: 82 Prozent der befragten Unternehmen sehen kaum Einfluss der Digitalisierung auf ihre Reisetätigkeit. Komisch, oder? Gerade in einer Zeit, in der digitale Lösungen für Meetings, Seminare und Kongresse boomen. Trotz der Herausforderungen, die die Corona-Krise mit sich brachte, erachten viele die persönliche Präsenz als unabdingbar, um Kunden zu halten und neue Märkte zu erschließen. Das zeigt, dass der persönliche Kontakt nach wie vor einen hohen Stellenwert hat.
Die Reisetätigkeit wird vor allem von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) angetrieben, die für über 90 Millionen der 116,1 Millionen Geschäftsreisen verantwortlich sind. Diese Unternehmen verzeichnen ein Wachstum von 5,6 Prozent, während Großunternehmen nur um 1,1 Prozent zulegen. Interessanterweise sinken die durchschnittlichen Kosten pro Reise um 4,8 Prozent. Gleichzeitig steigen jedoch die Hotel- und Verpflegungskosten, was bedeutet, dass der Anteil der Übernachtungen von 25 auf 35 Prozent wächst.
Ein Blick in die Zukunft
Schaut man in die Zukunft, rechnen 62 Prozent der Unternehmen für 2026 mit weiterem Wachstum im Geschäftsreisemarkt. Das klingt optimistisch! Die Digitalisierung wird sicherlich weiterhin eine Rolle spielen, auch wenn viele Unternehmen noch zögern, diese vollständig zu integrieren. Die Realität zeigt, dass sich das Reiseverhalten der Geschäftsreisenden verändert. Vielleicht ist es an der Zeit, die eigenen Strategien und Angebote zu überdenken und sich auf eine neue Ära der Geschäftsreisen einzustellen.
Die Welt der Geschäftsreisen ist im Wandel. Hotels, die bereit sind, sich anzupassen und die neuen Anforderungen zu erkennen, werden sicherlich die Nase vorn haben. Und wir dürfen gespannt sein, wie sich die Branche weiterentwickeln wird. Denn eines ist sicher: Die Reise ist noch lange nicht zu Ende!
