Herausforderungen im Hotelmarkt: Zwischen Preissteigerungen und rückläufigen Margen
Heute ist der 10.09.2026, und ich kann euch sagen, die Lage im Hotelmarkt der DACH-Region ist ganz schön bewegend. Hotelbetreiber sehen sich aktuell mit herausfordernden Rahmenbedingungen konfrontiert. Eine aktuelle Erhebung des „Select Hotel Operator Monitor“ von Select Hotel Consulting und Tophotel zeigt, dass die Betreiber zwar ihre Preise anheben wollen – 83 Prozent der Befragten planen oder realisieren sogar Preissteigerungen – jedoch stehen sie gleichzeitig unter immensem Druck. Die Margen und Cashflows? Die sind bei vielen in der Branche rückläufig. Das ist schon eine brisante Mischung, oder?
Zwischen April und Juni 2026 haben 51 Betreibergesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an der Umfrage teilgenommen, die über 1.100 Hotels und rund 155.000 Zimmer repräsentiert. Und die Zahlen sprechen für sich: 52 Prozent der Betreiber berichteten von sinkenden operativen Margen, und 46 Prozent sahen ihren operativen Cashflow schrumpfen. Es ist klar, höhere Zimmerpreise allein reichen nicht aus, um die gestiegenen Kosten auszugleichen. Langfristige Pachtverträge bieten keine Sicherheit mehr, besonders wenn 37 von 50 Befragten Pachtlaufzeiten von mehr als zehn Jahren haben und 66 Prozent von ihnen mit Pachterhöhungen rechnen.
Die wirtschaftlichen Herausforderungen
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass die Herausforderungen für die Hoteliers nicht von der Hand zu weisen sind. Neun von 47 Betreibern konnten ihren RevPAR seit Anfang 2024 nicht steigern, während 22 Betreiber ein Plus von gerade einmal 1-5 Prozent im RevPAR verzeichneten. Es wird also dringend ein erkennbarer Mehrwert für die Gäste benötigt, um die Akzeptanz höherer Preise zu erreichen. Eigentlich hat jeder im Kopf, dass eine hohe Auslastung nicht gleichbedeutend mit einer starken Gewinnmarge ist. Das zeigt sich besonders, wenn man bedenkt, dass eine hohe Auslastung zu schwachem Gewinn führen kann, wenn die Zimmerpreise zu niedrig angesetzt sind.
Und wie sieht es mit den Investitionen aus? Da konzentrieren sich 43 von 50 Betreibern auf Ersatzmaßnahmen. Das zeigt, dass CapEx zunehmend dazu dient, den Werterhalt zu sichern, weniger aber der Wertsteigerung. Es ist eine Herausforderung, die nicht nur die Hoteliers betrifft, sondern auch die Eigentümer, die sich mit Pachtquote, Kostenflexibilität, Investitionsbedarf und Nachfragebelastbarkeit auseinandersetzen müssen.
Einblicke in die Gewinnmargen
Wenn wir das Ganze aus einer anderen Perspektive betrachten, wird die Gewinnmarge wichtig. Die Hotelgewinnmarge wird berechnet als Gewinn geteilt durch den Gesamtumsatz, multipliziert mit 100. Eine gesunde Nettogewinnmarge liegt bei etwa 10 Prozent. Das klingt vielleicht nicht nach viel, aber es ist ein entscheidender Indikator für die Rentabilität auf Eigentümerebene. 5 Prozent gelten als schwach, während 20 Prozent als stark angesehen werden. Die Ergebnisse variieren jedoch stark je nach Objekttyp, Verschuldung, Personalkosten und Saisonalität.
Ein einfaches Beispiel: Ein unabhängiges Hotel mit 40 Zimmern erzielt bei 70 Prozent Auslastung und einem ADR von 145 Dollar einen Nettogewinn von 24.300 Dollar, was einer Nettogewinnmarge von 17,9 Prozent entspricht. Da sieht man, wie wichtig eine durchdachte Preisgestaltung und die Reduzierung manueller Umsatzverluste sind, um die Gewinnmarge zu verbessern. Und wir wissen ja, die OTA-Provisionen haben auch einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Gewinnmarge.
Die Branche im Wandel
<pEine weitere Quelle, der Branchenreport des Hotelverbands Deutschland (IHA) für 2026, zeigt, dass die deutsche Hotellerie auf einem Erholungskurs ist, aber noch nicht das Vorkrisenniveau erreicht hat. Im Jahr 2025 stieg die durchschnittliche Zimmerauslastung um 0,9 Prozentpunkte auf 68,1 Prozent, während der durchschnittliche Netto-Zimmerpreis um 2,8 Prozent auf 109 Euro sank. Seltsamerweise geht der RevPAR auf 74 Euro zurück, trotz eines neuen Höchstwerts von 497,4 Millionen Übernachtungen. Und dann haben wir da noch die steigende Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 40,1 Prozent – das ist ein deutlicher Hinweis auf die strukturellen Herausforderungen, mit denen die Branche konfrontiert ist.
Hohe Kostenbelastungen, zunehmende Bürokratie und indexierte Mietverträge sind nur einige der zentralen Probleme, die im Report angesprochen werden. Der Margendruck ist ein strukturelles Problem, das die Branche über die DACH-Region hinaus betrifft. IHA-Vorsitzender Otto Lindner hat auch betont, wie wichtig verlässliche politische Rahmenbedingungen sind. Eine dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie könnte ein wichtiger Schritt sein, um den Betreibern unter die Arme zu greifen.
Die Hotelbranche ist also im Wandel und im Kampf um Wirtschaftlichkeit gefordert. Die Herausforderungen sind groß, aber mit den richtigen Strategien und einem klaren Fokus auf die Bedürfnisse der Gäste könnte die Branche auf einen besseren Kurs gelangen. Die Zeit wird es zeigen – und wir bleiben dran!
