Heute ist der 21.07.2026 und die Situation im deutschen Gastgewerbe bleibt angespannt. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im Mai 2026 haben Restaurants, Cafés und Hotels im Land, trotz einer Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Speisen auf 7 Prozent, preisbereinigt weniger eingenommen. Das Statistische Bundesamt berichtet von einem Umsatzrückgang von 6,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Besonders betroffen sind die Hotels und Beherbergungsbetriebe, die ein reales Minus von 2,8 Prozent verzeichnen, nominal sind es sogar 1 Prozent. Aber auch in der Gastronomie sieht es düster aus: Hier sank der preisbereinigte Umsatz um 7,1 Prozent, während nominal ein Anstieg von 0,7 Prozent zu verzeichnen war. Ein Paradoxon, das auf die Preiserhöhungen der Gastronomen zurückzuführen ist, die versuchen, den Rückgang der Verkaufszahlen mit höheren Preisen auszugleichen.

Die Gastronomen stehen unter Druck. Thorsten Hellwig, Pressesprecher des Dehoga NRW, bringt es auf den Punkt: „Die Branche leidet weiterhin unter schwierigen Bedingungen.“ Diese Probleme sind vielfältig und reichen von den Nachwirkungen der Corona-Pandemie über die Energiekrise bis hin zu Inflation, steigenden Mindestlöhnen und einem akuten Fachkräftemangel. In Nordrhein-Westfalen spiegelt sich damit die bundesweite Lage wider, auch wenn konkrete Zahlen für das Bundesland noch nicht vorliegen.

Die Entwicklung der Branche

Ein Blick in die jüngere Vergangenheit zeigt, dass 2025 für das deutsche Gastgewerbe ein weiteres Jahr der Verluste war. Im ersten Halbjahr lag der reale Umsatz 15,1 Prozent unter dem Niveau von 2019 – und das ist bereits das sechste Verlustjahr in Folge, wie der DEHOGA berichtet. In der Gastronomie selbst wurde ein Umsatzrückgang von 17,4 Prozent im Vergleich zu 2019 verzeichnet. Die Betriebskosten hingegen sind seit 2022 stark gestiegen: Personal um 34,4 Prozent, Lebensmittel um 27,1 Prozent und Energie um 27,6 Prozent. Das sind Zahlen, die schmerzen. Und die Preiserhöhungen, die viele Betriebe vorgenommen haben, sind nicht nur ein Zeichen von wirtschaftlichem Handeln, sondern auch eine Reaktion auf gestiegene Kosten für Personal, Energie und Wareneinkauf.

DEHOGA-Präsident Guido Zöllick fordert deshalb eine Rückkehr zur ermäßigten Mehrwertsteuer auf Speisen. Er macht die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Speisen von 7 Prozent auf 19 Prozent ab dem 1. Januar 2024 für die angespannte Lage verantwortlich. Die steigenden Preise führen zudem zu einer erhöhten Preissensibilität der Gäste, die seltener essen gehen und sich nach günstigeren Optionen umsehen. Manchmal hat es den Anschein, als ob die Menschen ihre Essgewohnheiten komplett umstellen, hin zu Take-away und Lebensmitteleinkäufen statt Restaurantbesuchen.

Die gesellschaftliche Rolle der Gastronomie

Doch was bedeutet das für die Gastronomie als solchen? Sie hat eine immense gesellschaftliche Bedeutung, fungiert als sozialer Knotenpunkt und sichert zahlreiche Arbeitsplätze, insbesondere für geringqualifizierte Arbeitskräfte. Schließungen von Gastronomiebetrieben könnten nicht nur die Attraktivität von Stadtvierteln beeinträchtigen, sondern auch die lokale Infrastruktur gefährden. Die Krise hat spürbare Auswirkungen auf die Vielfalt und Qualität gastronomischer Angebote sowie auf die regionale Wirtschaftskraft. Gleichzeitig beobachtet der DEHOGA einen Trend zu kleineren, flexiblen und digitalisierten Angeboten, was die Branche in eine neue Richtung drängt.

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Die politischen Entscheidungsträger stehen unter Druck, die steuerliche Belastung anzupassen, um die Branche zu stabilisieren. Viele Betriebe rechnen damit, dieses Jahr in die Verlustzone abzurutschen. Eine Umfrage unter 4.000 Mitgliedsbetrieben zeigt, dass 40 Prozent genau das fürchten. Die Buchungen für die kommenden Monate werden als „befriedigend“ oder schlechter bewertet, und der Nettoumsatzrückgang zwischen Januar und Juli 2025 belief sich auf 8,9 Prozent. Die Lage bleibt angespannt, und die Herausforderungen, mit denen die Gastronomie konfrontiert ist, scheinen von Tag zu Tag größer zu werden. Irgendwie ist es ein ständiger Kampf, die Balance zu halten – zwischen Qualität, Preis und dem Überleben.