Heute ist der 28.08.2026. In der Gastronomiebranche blüht es nicht mehr so richtig – und das ist eine eklatante Untertreibung. Die Herausforderungen sind gewaltig: steigende Kosten, ein akuter Personalmangel und eine Bürokratie, die einem die Lust auf das Geschäft verleidet. Unternehmer suchen verzweifelt nach Nachfolgelösungen, denn die Situation wird immer prekärer. Laut dem Unternehmensnachfolge-Report 2025 des DIHK ist das Gastgewerbe besonders stark vom Nachfolgemangel betroffen. Wenn man bedenkt, dass auf einen potenziellen Nachfolger gleich drei bis vier Betriebe kommen, wird die Dimension des Problems klar. Mehr als 25 % der Unternehmer, die altersbedingt ausscheiden, ziehen sogar in Erwägung, ihre Türen zu schließen, weil sie niemanden finden, der ihr Lebenswerk fortsetzen möchte. Ein Trauerspiel!

Die Zahlen sind alarmierend: 92 % der Betriebe, die eine Schließung in Betracht ziehen, nennen fehlende Nachfolge als Hauptgrund. Gleichzeitig sehen sich 63 % mit einem Fachkräftemangel konfrontiert, 49 % klagen über hohe Energie- und Materialkosten und 40 % empfinden die Bürokratie als immer erdrückender. Das macht die wirtschaftliche Weiterentwicklung fast unmöglich. Laut Creditreform Wirtschaftsforschung werden bis 2024 und 2025 rund 24.500 Gaststätten, Restaurants und Kneipen bundesweit schließen. Der Druck auf die Gastronomen ist also enorm und die Frage nach der Zukunft drängt sich auf.

Die Suche nach geeigneten Nachfolgern

Aktuell führen die IHKs fast 10.000 Beratungen mit abgabewilligen Unternehmen durch – ein Plus von 16 %. Und dennoch stehen rund 5.620 Betrieben keine Nachfolgeinteressenten gegenüber. Das ist schon fast kafkaesk. 27 % der beratenen Unternehmen denken ernsthaft darüber nach, den Betrieb aufzugeben, während 92 % keinen Nachfolger finden. Besonders alarmierend: 72 % der Alt-Inhaber wollen aus Altersgründen aufhören. Doch die Suche nach Nachfolgern gestaltet sich als schwierig, vor allem, weil viele junge Menschen sich gegen die Selbstständigkeit entscheiden. Ein Teufelskreis, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt.

Die Frankfurter Hospitality-Gruppe Cuisyn hat diesen Trend erkannt und führt Gespräche mit Gastronomen. Die Anfragen kommen überwiegend von etablierten Einzelbetrieben und größeren Unternehmensgruppen. Cuisyn hat sich vorgenommen, nicht nur die Betriebe weiterzuführen, sondern auch deren Identität zu bewahren. Das ist ein hehres Ziel, das in der heutigen Zeit nicht einfach zu erreichen ist. Digitalisierung interner Prozesse wird als Unterstützung angesehen, um die Betriebe zu entlasten und mehr Zeit für den persönlichen Kontakt zu den Gästen zu gewinnen.

Der Fachkräftemangel und seine Folgen

Der Fachkräftemangel ist ein weiteres drängendes Thema. Vor allem seit der Covid-Pandemie haben viele Betriebe Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden und zu halten. Rund zwei Drittel der befragten Küchenbetreiber berichten von erheblichen Auswirkungen des Fachkräftemangels. In Japan sind sogar 72 % der Küchenprofis mit einem erhöhten Arbeitspensum konfrontiert – und das über dem globalen Schnitt! Flexible Arbeitsmodelle und Mitarbeiterbindung sind daher gefragte Lösungen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. 50 % der Befragten haben bereits Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung ergriffen, während 60 % in diese Richtung noch Zukunftspotential sehen.

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Die Gastronomie setzt zunehmend auf digitale Lösungen: 35 % nutzen mittlerweile vollständig integrierte Systeme. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber die Technologisierung schreitet langsamer voran als in anderen Branchen. Dennoch gibt es auch hier Fortschritte, wie die Einführung von digitalen Kassensystemen und Bestellsoftware, die mittlerweile zum Standard gehören. Die Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation bleibt bestehen, auch wenn der Weg dorthin steinig ist.

Die Herausforderungen, vor denen die Gastronomie steht, sind zahlreich und komplex. Es bedarf kreativer Ansätze, engagierter Nachfolger und innovativer Lösungen, um die Branche über Wasser zu halten. Die Zeit drängt – und die Frage bleibt, wie lange noch, bis sich eine Lösung abzeichnet.