Heute ist der 14.05.2026. In Deutschland stehen die Zeichen für die Hotellerie und Gastronomie alles andere als gut. Die Zahl der Firmeninsolvenzen hat einen neuen Rekord erreicht. Laut den neuesten Erhebungen ist die Zahl der Insolvenzen in Deutschland auf dem höchsten Stand seit 2005. Besonders betroffen sind Hotels, Restaurants und andere gastgewerbliche Betriebe. Im April 2026 verzeichnete man 1.776 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften, was einem Anstieg von 3% im Vergleich zum Vormonat und sogar von 10% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Und das ist kein Einzelfall, denn die Pleitewelle zieht sich wie ein roter Faden durch die Branche.

Die Ursachen sind vielfältig. Die Corona-Pandemie wird oft als Hauptauslöser der Krise genannt, doch sie hat nur eine bereits bestehende Entwicklung beschleunigt. Vor der Pandemie kämpften viele Betriebe mit geringen Margen und einer hohen Fremdkapitalquote. Die staatlichen Hilfen während der Pandemie haben zwar viele Insolvenzen verhindert, doch die strukturellen Probleme blieben. Aktuell steigen die Kosten in schwindelerregende Höhen. Energiepreise, Lebensmittelkosten, Mieten und Personalkosten – alles wird teurer. Die Hotellerie und Gastronomie sind ohnehin personalintensive Branchen, und die steigenden Mindestlöhne sowie Tarifabschlüsse setzen den Betrieben zusätzlich zu.

Die Herausforderungen der Branche

Die Preiserhöhungen in Hotels und Restaurants stoßen an die Grenzen der Zahlungsbereitschaft der Gäste. Man fragt sich, wie lange das gut gehen kann. Der Fachkräftemangel wird als ein weiteres großes Problem angeführt, und viele Betriebe finden nicht genügend qualifizierte Mitarbeiter. Die Folgen sind spürbar: reduzierte Öffnungszeiten, geschlossene Restaurantbereiche und eingeschränkte Serviceleistungen. In vielen Fällen sind Geschäftsmodelle nicht mehr tragfähig. Besonders Stadthotels leiden unter dem schwächeren Geschäftsreiseverkehr, während neue Wettbewerber wie Serviced Apartments und Airbnb den Markt aufmischen.

Im Jahr 2025 stiegen die Insolvenzen in der Gastronomie zum vierten Mal in Folge. Laut Creditreform waren über 2.900 Betriebe betroffen – der höchste Stand seit 2011. Im Zeitraum seit 2020 summieren sich die Insolvenzen in der Gastronomie auf mehr als 11.200, und fast 69.000 Unternehmen haben seitdem ihren Betrieb eingestellt. Bekannte Restaurantketten wie Sausalitos und Vapiano mussten ebenfalls aufgeben. Die Branche wurde nicht nur von der Pandemie, sondern auch von der Energiekrise und der Inflation stark getroffen. Die Lohnkosten sind so hoch, dass viele Wirte nicht mehr rentabel wirtschaften können.

Ein struktureller Umbruch

Die Mehrwertsteuersenkung auf Speisen zu Jahresbeginn hat nicht die erhoffte Wirkung gezeigt; die Preise sind nur marginal gesunken. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) berichtet von preisbereinigten Umsatzverlusten im Jahr 2025. Die massiv gestiegenen Kosten für Waren, Personal und Energie – seit 2022 um bis zu 40 Prozent – belasten die Branche enorm. Und das, während die Zahl der Restaurant- und Barbesuche sinkt, während die Bestellungen nach Hause zunehmen. Kleine, inhabergeführte Betriebe kämpfen ums Überleben, besonders in kleinen Städten und Dörfern.

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In der aktuellen Wirtschaftslage wird erwartet, dass die Zahl der Firmenpleiten 2026 ähnlich hoch sein wird wie zuletzt 2014. Bei knapp 40 Prozent der Unternehmen liegt die Eigenkapitalquote bei weniger als 10 Prozent, und ein Drittel der Betriebe schreibt Verluste. Experten warnen vor einer längeren Konsolidierungsphase in der Branche. Die Transformation der Hospitality-Industrie hat begonnen – eine kleinere, professionellere und polarisiertere Branche entsteht. Hochpositionierte Konzepte mit klarer Differenzierung gewinnen an Bedeutung, während austauschbare Betriebe unter Druck geraten. Digitalisierung, Individualisierung und Erlebnisorientierung sind die neuen Schlagworte.

Eine Sache ist klar: Die Pleitewelle im deutschen Gastgewerbe zeigt einen strukturellen Umbruch an, und die Herausforderungen werden nicht einfacher. Der Weg zur Erholung wird lang und steinig sein.