Graz im Aufschwung: Ein Magnet für Touristen und Herausforderungen für die Hotellerie
Heute, am 23. Juli 2026, blicken wir auf die pulsierende Stadt Graz, die in den letzten Monaten wahrlich einen Aufschwung erlebt hat. Es ist ein Ort, an dem sich Tradition und Moderne die Hand geben – nicht zuletzt dank der zahlreichen Besucher, die sich in die Grazer Innenstadt begeben. Am Dienstag etwa waren die Straßen voller schottischer Fußballfans, die ihr Team, „Heart of Midlothian“, lautstark zum Match gegen den SK Sturm begleiteten. Das Wetter war zwar ein wenig launisch mit leichtem Nieselregen, doch das tat der Begeisterung keinen Abbruch. Graz scheint in diesem Jahr ein Magnet für Touristen zu sein!
Die Zahlen sprechen für sich: Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Graz über 667.000 Nächtigungen verzeichnet. Das sind satte 8,6 % mehr als im bereits rekordverdächtigen Jahr 2025, wo insgesamt 1.465.754 Übernachtungen gebucht wurden. Und das alles, obwohl es im Juni auch ziemlich heiß war! Dieter Hardt-Stremayr, der Chef von Graz Tourismus, berichtet von einer positiven Bilanz, die nicht nur auf das Wetter, sondern auch auf eine Vielzahl anderer Faktoren zurückzuführen ist.
Ein wahrer Tourismusboom
Die Steigerungen kommen vor allem von Gästen aus Österreich, Deutschland und Italien, aber auch die CEE-Märkte – wir sprechen hier über Ungarn, Kroatien, Slowenien und sogar China – zeigen starke Zuwächse. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist die Koralmbahn, die seit Dezember 2025 Graz und Klagenfurt in nur 42 Minuten miteinander verbindet. Das eröffnet neue Gästepotenziale! Besonders spannend ist die Tatsache, dass Airbnb-Unterkünfte einen Teil des Erfolgs im ersten Halbjahr 2026 ausmachen. Dank einer neuen Transparenz zwischen der Plattform und der Stadt Graz können viele Ferienwohnungen jetzt statistisch erfasst werden. Das sorgt für eine genauere Erfassung des Tourismus und zeigt, wie dynamisch sich der Markt entwickelt.
Die Auslastung der Hotels in Graz ist jedoch ein zweischneidiges Schwert. Während die Zahlen insgesamt steigen, ist die durchschnittliche Auslastung gesunken. Besonders der Drei-Stern-Bereich hat es schwer, ein Minus von 2,6 % zu verkraften. Im Gegensatz dazu zeigen die 1- und 2-Stern-Betriebe ein Wachstum von 5,6 % und die Privatzimmer sogar ganze 21,4 %. Ein gewisses Ungleichgewicht, das die Gastronomie und Hotellerie in eine „Sandwichfunktion“ zwingt – das hat Hardt-Stremayr treffend formuliert. Und während die Preise 2026 stabil geblieben sind, hatten sie 2025 noch stark geschwankt.
Die Herausforderungen im Blick
Wirtschaftsstadtrat Kurt Hohensinner sieht die positive Bilanz als Auftrag für eine aktive Standortpolitik. Langfristig muss der Trend gesichert werden, und das geht nur, wenn Nachfrage und Angebot besser in Einklang gebracht werden. Laut Experten sind gezielte Angebote für schwächere Monate und eine verstärkte internationale Bewerbung vonnöten. Die Grazer Auslastungsquote liegt nämlich unter der vergleichbarer Städte wie Innsbruck oder Salzburg. Da ist noch Luft nach oben!
Eine Hotelpreis-Studie von Kohl & Partner hat zudem gezeigt, dass die sinkende Auslastung negative Auswirkungen auf die Zimmerpreise und die wirtschaftliche Situation der Betriebe hat. Der Geschäftsreisetourismus ist weiterhin unter Druck – hier zeigt sich, dass der Kongresstourismus stabil bleibt, während andere Bereiche schwächeln. Die Adventszeit hat sich im Dezember zwar gesteigert, aber die ersten Monate des Jahres sind traditionell eher zäh. Die Stadt steht vor der Herausforderung, das Bettenangebot, das um 19,2 % gestiegen ist, auch tatsächlich auszulasten.
Mit einer Kombination aus traditionellem Städtetourismus und kulinarischen Erlebnissen hat Graz viel zu bieten. Und sollte sich die internationale Nachfrage weiter steigern, könnte die Stadt durchaus in eine neue Phase der touristischen Blüte eintreten. Die nächsten Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, ob sich die Entwicklungen tatsächlich in den zukünftigen Nächtigungszahlen niederschlagen. Aber hey, für einen Besuch in dieser charmanten Stadt ist es nie zu spät!
