Haustiere auf Reisen: Japans neue Trends für tierische Begleiter
In Japan tut sich was – und das nicht nur für die Menschen! Immer mehr Bahnunternehmen, Fluggesellschaften und Hotels richten sich nach den Bedürfnissen der Tierhalter. Das hat einen guten Grund: Der japanische Markt für Haustiere sprudelt nur so vor Zahlen. Im Geschäftsjahr 2024 wird ein Volumen von fast 1,9 Billionen Yen (das sind rund 11,1 Milliarden Euro) erwartet, ein Plus von 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Beeindruckend, oder? Mit schätzungsweise 6,82 Millionen Hunden und 8,85 Millionen Katzen in Japan ist klar, dass die Tiere einen wichtigen Platz im Herzen ihrer Halter haben.
Ein besonders spannendes Projekt ist der „Wan-Wan Express“, den JR Tokai am 20. Juni auf der Tokaido Shinkansen-Strecke zwischen Tokyo und Osaka getestet hat. Anlässlich der Haustiermesse Interpets Osaka durfte ein ganzes Abteil nur für Hunde und ihre Halter reserviert werden. Die Hunde konnten sich im Wagen frei bewegen – ein wahrer Traum für die tierischen Reisenden! Die Preise dafür begannen bei 47.800 Yen (ca. 278 Euro). Nach der Fahrt wurde das Abteil gründlich gereinigt, um sicherzustellen, dass es keine Allergene oder unerwünschte Gerüche zurückgelassen hat. Ein echter Service für die vierbeinigen Passagiere!
Haustierfreundliche Unterkünfte und Transport
Doch nicht nur die Bahn hat das Thema aufgegriffen. Die Nachfrage nach haustierfreundlichen Unterkünften wächst rasant. Eine Umfrage von Petgo unter 1.942 Kunden zeigt, dass 30 Prozent der Hundehalter im letzten Jahr eine Inlandsreise mit Übernachtung und Hund unternommen haben. 62 Prozent wünschen sich mehr haustierfreundliche Unterkünfte, und 60,4 Prozent möchten mehr Restaurants, die auch Gäste mit Haustieren willkommen heißen. Das ist doch ein Zeichen, dass die Branche auf dem richtigen Weg ist!
Ein gutes Beispiel für ein solches Engagement ist die Hotelkette Regina Resorts, die seit 2013 besteht. Mit zehn Anlagen in Japan hat sich Regina Resorts voll und ganz dem Komfort von Haustierhaltern verschrieben. Der Kundenclub zählte im Juni bereits 102.000 Haushalte, ein jährlicher Zuwachs von zehn Prozent – das spricht Bände! Vor kurzem wurde im Regina Resort Yufuin ein Bereich mit privaten Auslaufflächen für Hunde eröffnet. Eine Übernachtung mit zwei Mahlzeiten im Regina Resort kostet ab 79.200 Yen (ca. 460 Euro) pro Person. Da fragt man sich fast, ob das wirklich nur für Menschen gedacht ist!
Und auch in der Luftfahrt tut sich was. Star Flyer erlaubt seit Januar 2024 die Mitnahme kleiner Hunde und Katzen in der Passagierkabine. Diese tierischen Begleiter benötigen jedoch ihren eigenen Sitzplatz und müssen in einem speziellen Transportbehälter bleiben, der auf einem geschützten und gepolsterten Sitz befestigt wird. Die Kosten für diesen Service belaufen sich auf 50.000 Yen (ca. 290 Euro) pro Tier. Da können wir uns vorstellen, dass es viele glückliche Buchungen gibt!
Vorbereitung für die Reise nach Japan
Wer mit seinem Haustier nach Japan reisen möchte, sollte jedoch gut vorbereitet sein. Die Vorschriften für den Transport, die Betreuung und die Zollbestimmungen sind nicht zu unterschätzen. Hunde und Katzen müssen mit einem ISO 11784/11785-Mikrochip gekennzeichnet sein, und ein aktuelles Gesundheitszeugnis vom Tierarzt ist Pflicht. Die Tiere reisen je nach Fluggesellschaft entweder im Frachtraum oder in der Kabine, wobei die Plätze für Tiere oft begrenzt sind.
Ein wichtiger Tipp: Frühzeitig buchen! Und nicht vergessen, die Tiere vor der Reise an die Transportbox zu gewöhnen. Vor dem Abflug sollten Futter, Wasser und vielleicht ein Lieblingsspielzeug eingepackt werden. Direktflüge sind für die Tiere am angenehmsten, da sie kürzere Reisezeiten haben und weniger Umstiege erfordern. Unterstützung von spezialisierten Umzugsfirmen oder Tiertransportdiensten kann ebenfalls hilfreich sein, vor allem wenn es um die Organisation der Reise und die notwendigen Papiere geht.
Die Einfuhrbestimmungen für Haustiere
Japan hat strenge Vorschriften zur Einfuhr von Haustieren. In der Regel müssen Tiere innerhalb von 12 Stunden nach der Ankunft freigelassen werden, wenn alle Anforderungen erfüllt sind. Ansonsten kann die Quarantäne bis zu 180 Tage dauern, und das auf Kosten des Halters. Besonders wichtig sind die Schritte für die Einfuhr: Ein Mikrochip, zwei Rabies-Impfungen, ein Antikörpertest, eine Vorabbenachrichtigung an den Animal Quarantine Service (AQS) und vieles mehr. Wer nicht gut plant, könnte schnell in Schwierigkeiten geraten.
Die Einhaltung dieser Vorschriften ist entscheidend – sonst kann es teuer werden. Wer aus Nicht-Designierten Regionen kommt, hat es etwas schwerer, da hier zusätzliche Anforderungen gelten. Aber keine Panik! Mit etwas Planung und Vorbereitung kann die Reise für Mensch und Tier zu einem unvergesslichen Erlebnis werden.
