Ryanair zwischen Höhenflügen und Turbulenzen: Ein Blick auf die aktuelle Bilanz und die Zukunftspläne
Heute ist der 20.07.2026. Die Reisebranche steht Kopf, denn Ryanair hat seine Bilanz für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 veröffentlicht. Und die Zahlen sind, um es vorsichtig auszudrücken, nicht gerade das, was man sich erhofft hätte. Der Gewinn nach Steuern hat sich um satte 34 Prozent auf 538 Millionen Euro verringert. Im Vergleich zum Vorjahr, als die Airline noch 820 Millionen Euro einfuhr, ist das ein ganz schöner Dämpfer. Analysten hatten auf einen Gewinn von 579 Millionen Euro spekuliert – das Ziel wurde also verfehlt.
Trotz alledem gibt es Lichtblicke. So stieg der Gesamtumsatz um 1 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Auch die Passagierzahlen können sich sehen lassen: 61,3 Millionen Fluggäste sind das eine Steigerung von 6 Prozent. Doch die Freude über die steigenden Zahlen wird getrübt durch den Hauptgrund für die Gewinneinbußen: Ticketpreise, die im Schnitt um 6 Prozent sanken. Die Gründe dafür sind vielfältig und hängen stark mit der aktuellen geopolitischen Lage zusammen. Es sind die Konsumzurückhaltung und die veränderten Buchungstrends, die Ryanair-Chef Michael O’Leary als Ursachen benennt.
Treibstoffkosten und geopolitische Unsicherheiten
Nun, der Iran-Konflikt und die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit machen vielen Reisenden zu schaffen. Das merkt man auch in den Buchungen. Der Preis für ungesicherten Kerosinbedarf hat sich im Quartal verdoppelt, was die Betriebskosten um 11 Prozent auf 3,81 Milliarden Euro in die Höhe trieb. Das ist ein echter Brocken – vor allem, weil 80 Prozent des Kerosinbedarfs bereits zu günstigeren Preisen abgesichert sind. Die restlichen 20 Prozent jedoch, die belasten das Budget enorm. Es ist ein echter Drahtseilakt, den Ryanair hier vollführt.
Die Fluggesellschaft hat sich eine Kassenposition von rund 2,8 Milliarden Euro erarbeitet. Das klingt doch ganz gut, oder? Zudem wurde eine Anleihe über 1,2 Milliarden Euro zurückgezahlt, sodass Ryanair nun schuldenfrei ist. Das gibt ein gewisses Polster, um durch diese stürmischen Zeiten zu navigieren. Finanzchef Neil Sorahan sieht die kommende Winter- und Jahreszeit 2027 optimistisch. Er erwartet, dass kleinere Konkurrenten ausscheiden und es zu einer Konsolidierung in der Branche kommt.
Die Blickrichtung in die Zukunft
Auf die Frage, wie es weitergeht, bleibt das Management jedoch vage. Keine ganzjahresprognose, denn die Unsicherheit bleibt. Die Erwartungen für das Sommerquartal sind eher verhalten. Leicht sinkende Durchschnittserlöse werden prognostiziert, was sich vor allem durch kurzfristige Buchungen im August und September bemerkbar machen könnte. Aber hey, die Nachfrage ist weiterhin da, auch wenn sie sich verlagert hat. Hitzewellen in Südeuropa haben nicht zu negativen Buchungseffekten geführt.
Langfristig hat Ryanair große Pläne und strebt an, bis März 2034 300 Millionen Passagiere pro Jahr zu befördern. Das klingt ambitioniert, aber mit 300 bestellten Boeing MAX 10, deren Auslieferung ab Frühjahr 2027 beginnen soll, könnte das tatsächlich klappen. Die ersten 15 Maschinen sollen trotz möglicher Verzögerungen in der Zertifizierung bis Herbst bereitstehen.
Ryanair bleibt also ein spannendes Unternehmen in der Luftfahrtbranche, auch wenn die aktuellen Zahlen etwas ernüchternd sind. Man darf gespannt sein, wie sich die Lage entwickelt – und ob die Airline die Kurve kriegt.
