Die Reisebranche hat es in letzter Zeit nicht leicht, und das spiegelt sich auch im aktuellen Geschäft von TUI wider. Am 12. August meldete das Unternehmen für das dritte Quartal 2026 einen Umsatzrückgang von 6,1 % auf 5,821 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT fiel sogar um 27 % auf 233,8 Millionen Euro. Das macht einen schon etwas mulmigen Eindruck, vor allem wenn man bedenkt, dass die Aktie am Mittwoch bei 6,80 Euro schloss – etwa ein Viertel unter dem Stand vom Jahresanfang. Ein Hauptgrund für diesen Rückgang sind die einmaligen Belastungen von 81 Millionen Euro, die durch den Iran-Konflikt ausgelöst wurden. Insbesondere der Einsatz von Kreuzfahrtschiffen im Persischen Golf hat hier seine Spuren hinterlassen. Ohne diese Sonderposten wäre das operative Ergebnis über dem Vorjahreswert gelegen, was doch ein wenig Hoffnung gibt.

Die Nettoverschuldung stieg auf 2,3 Milliarden Euro, was die Erwartungen von Analysten überstieg. Der bereinigte freie Cashflow lag bei 676 Millionen Euro, also auch unter dem Konsens von 806 Millionen Euro. Im Segment Markets und Airline gab es einen Verlust von 17 Millionen Euro, was nach dem Gewinn von 50 Millionen Euro im Vorjahr wie ein herber Rückschlag wirkt. Immerhin hielt das Segment Holiday Experiences jedoch ein stabiles EBIT von 278 Millionen Euro. Und die Kundenzahl? Die sank um 3 % auf 9,9 Millionen. Auch die Sommerbuchungen lagen insgesamt 6 % unter dem Vorjahr, doch in den vier Wochen vor der Zahlenveröffentlichung gab es einen kleinen Lichtblick mit einem Anstieg von 7 % bei den Buchungen.

Ein Blick auf die Prognosen und das Marktumfeld

Der Vorstand bekräftigte die Jahresprognose eines bereinigten EBITs zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro. Am 22. September steht ein Pre-Close Trading Update an, das als Test für die Buchungsdynamik der Wintersaison gilt. Analysten scheinen ein wenig optimistischer zu sein. Barclays senkte zwar am 20. August das Kursziel von 10,00 auf 9,75 Euro, behielt aber die Einstufung „Overweight“ bei. mwb research reduzierte das Kursziel von 15,00 auf 13,50 Euro, hält aber ebenfalls an der Kaufempfehlung fest. Da kann man nur hoffen, dass die Zahlen zum Jahresende noch bessere Neuigkeiten bringen.

Im zweiten Quartal 2025/26 konnte TUI immerhin den saisonal üblichen Verlust reduzieren. Die Belastungen durch den Iran-Krieg sind jedoch weiterhin ein großes Thema. Der Gruppenumsatz lag bei 3,701 Milliarden Euro, was einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Immerhin stieg das Kundenvolumen um 2 % auf 5,6 Millionen im Quartal. Die Nachfrage verschiebt sich allerdings – immer mehr Buchungen erfolgen näher am Abreisezeitpunkt, und das westliche Mittelmeer scheint derzeit besonders gefragt zu sein.

Die Herausforderungen der Branche

Das Marktumfeld für TUI ist auch nicht gerade ein Zuckerschlecken. Geopolitische Spannungen, Konsumflaute und steigende Inflation machen es den Reisenden schwer, sich für Buchungen zu entscheiden. TUI-Chef Sebastian Ebel äußerte, dass 2026 kein normales Jahr sei. Die Verbraucher zeigen sich zögerlich, was Buchungen angeht, und das hat auch Auswirkungen auf das operative Ergebnis, das im dritten Quartal auf 234 Millionen Euro fiel – ein Rückgang um 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Analysten hatten hier mit 275 Millionen Euro gerechnet, was die Enttäuschung nicht gerade kleiner macht.

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Wirklich überraschend ist, dass trotz der Herausforderungen die Buchungen in den letzten Wochen zugenommen haben. Vielleicht ist das ein Zeichen, dass die Leute wieder reiselustig werden, trotz der Unsicherheiten, die der Iran-Krieg mit sich bringt. TUI hat zudem das Angebot um fünf Prozent reduziert, um die Marge zu halten. Schade nur, dass der Tourismus in Europa durch Hitzewellen und Waldbrände beeinträchtigt wird, aber TUI scheint hier bislang keine negativen Auswirkungen zu spüren.

Insgesamt bleibt die Branche auf der Kippe. Der Iran-Krieg hat einen Gewinnausfall von rund 60 Millionen Euro verursacht, und die hohen Kerosinkosten belasten zusätzlich. Mit einer positiven Perspektive könnte man sagen, dass die Absicherungen gegen Preisschwankungen, wie die 83%ige Absicherung für Jet Fuel, vielleicht ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Aber schauen wir mal, wie sich die Situation bis zum nächsten Update entwickelt.

Am Ende des Tages bleibt TUI ein faszinierendes, wenn auch herausforderndes Unternehmen, das, wie viele in der Branche, gegen die Wellen der aktuellen geopolitischen Landschaft ankämpft. Es wird spannend zu sehen, wie sie sich in den kommenden Monaten schlagen – und ob die Buchungsdynamik wirklich eine Wende bringen kann.