Die Reisebranche hat in den letzten Jahren eine Achterbahnfahrt durchlebt, die kaum einen Stein auf dem anderen gelassen hat. Inmitten dieser turbulenten Zeiten steht Daniel Roduner, ein Urgestein der Branche, der fast 30 Jahre Erfahrung mitbringt. Seine Karriere begann mit einer Banklehre und einer Ausbildung an der Reisefachschule in Aarau. Unvergessen bleibt der Aufbau seines Reisebüros beim Tourismusverein in Engelberg. Mit einem klaren Ziel vor Augen machte sich Roduner auf den Weg, die Welt des Reisens ein Stück schöner zu gestalten.

Doch das Schicksal hatte andere Pläne. Nach Stationen bei Wirz Travel in Sarnen und als Geschäftsführer von Port-Air in Ennetbürgen, sah sich Roduner mit Herausforderungen konfrontiert, die selbst den erfahrensten Fachmann vor große Probleme stellen würden. Die Corona-Pandemie, die Pleite des Touristikkonzerns FTI und der Iran-Krieg haben nicht nur den Reiseverkehr, sondern auch die Finanzen seines Unternehmens schwer getroffen. Port-Air meldete am 6. Juli 2026 Konkurs an – ein Tag, der wie ein Schatten über Roduners Lebenswerk liegt. In einem emotionalen Moment im Gericht, umgeben von Erinnerungen und Hoffnungen, flossen die Tränen. „Es ging ein riesiges Loch auf, in das ich hineinfiel“, reflektiert Roduner über die schwerste Zeit seiner Karriere.

Ein Unternehmen mit Geschichte

Die Port-Air AG war seit fast 50 Jahren im Geschäft und bot gewerbsmäßige Lufttransporte im In- und Ausland an. Auch die Ausbildung von Piloten für Flächenflugzeuge und Helikopter gehörte zum Portfolio. Doch trotz aller Bemühungen, die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren, konnten Umstrukturierungen und Sanierungsmaßnahmen nicht verhindern, dass die Finanzen seit 2019 unter dem Druck der Pandemie litten. Die vorläufige Konkursanzeige wurde im Schweizer Handelsamtsblatt veröffentlicht, und das Konkursamt Nidwalden versiegelte das Büro des Unternehmens. Das klingt nach einem Albtraum, oder? Doch für die Kunden gibt es Grund zur Hoffnung: Bereits gebuchte Reisen werden weiterhin durchgeführt, und die Kundengelder sind durch das Pauschalreisegesetz abgesichert.

Roduner selbst denkt nach der Konkurseröffnung selbstkritisch über seine finanziellen Entscheidungen nach. „Ich hätte bei Fixkosten strenger sein sollen“, sagt er. Diese Einsicht kommt zwar spät, aber sie zeigt, dass auch erfahrene Unternehmer nicht vor Fehlern gefeit sind. Die ersten drei Wochen nach der Konkurseröffnung waren für ihn eine emotionale Achterbahnfahrt. „Es war wie ein schlechter Film, aus dem ich nicht aufwachen konnte“, beschreibt er seine Gedanken während dieser Zeit. Die Richterin, die ihm versicherte, dass er alles richtig gemacht habe, gab ihm ein kleines Stück Trost in einem Meer von Unsicherheit.

Die Herausforderungen der Branche

Die Reisebranche als Ganzes sieht sich mit enormen Herausforderungen konfrontiert. Die COVID-19-Pandemie hat eine Welle von Grenzschließungen und Reisebeschränkungen mit sich gebracht, die viele Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten gestürzt haben. Und während Roduner und Port-Air mit den Nachwirkungen kämpfen, bleibt die Unsicherheit bezüglich neuer Virusvarianten und internationaler Reiseregeln eine ständige Quelle der Besorgnis. Unternehmer in der Branche müssen sich anpassen, um zu überleben. Airlines und Reiseveranstalter flexibilisieren ihre Angebote, um den Kunden mehr Sicherheit zu bieten. Stornierungsbedingungen werden überarbeitet, um Buchungen ohne hohe Gebühren zu ermöglichen.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Ein Trend, der sich immer stärker abzeichnet, ist das Inlandsreisen. Immer mehr Menschen suchen nach authentischen Erlebnissen in der Heimat. Das „Slow Travel“ gewinnt an Bedeutung – weniger überfüllte Destinationen, mehr individuelle Erlebnisse. Unternehmen, die sich auf diese Trends einstellen können, haben die Möglichkeit, aus der Krise gestärkt hervorzugehen. Und wer weiß, vielleicht wird die Reisebranche, die Millionen von Arbeitsplätzen sichert, bald wieder aufblühen. Die Zukunft bleibt ungewiss, doch die Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft der Branche könnten neue Geschäftsmodelle hervorbringen, die den Herausforderungen der Zeit gewachsen sind.

Heute ist der 13.08.2026 – ein Datum, das für Daniel Roduner und viele andere in der Reisebranche einen Wendepunkt darstellt. Die Frage bleibt: Wie wird es weitergehen? Eines ist sicher, die Reisebranche hat ein großes Potenzial, sich neu zu erfinden. Man darf gespannt sein, was die Zukunft bereithält.