Acapulco – der Name weckt Erinnerungen an ein glamouröses Paradies, das einst die Crème de la Crème der Filmindustrie und das Fernweh vieler Deutscher in seinen Bann zog. Diese Stadt an der Pazifikküste im Bundesstaat Guerrero, ungefähr 380 Kilometer südlich von Mexiko-Stadt, war nicht nur ein schillernder Urlaubsort, sondern auch ein Ort, an dem sich die Wellen und die Menschen in einer großen, halbkreisförmigen Bucht umarmten. Man kann sich fast die Szenen vorstellen, in denen Stars wie Frank Sinatra, Elizabeth Taylor und John Wayne die Strände beleben und sich in den Nachtclubs vergnügen. Ja, Acapulco war der Ort, an dem Elvis Presley mit seinem Film „Fun in Acapulco“ nicht nur die Zuschauer verzauberte, sondern auch die Stadt selbst in den Fokus der Weltöffentlichkeit rückte.

In den goldenen 1950ern blühte Acapulco auf. Straßen wurden ausgebaut, die Stromversorgung verbessert und die Infrastruktur für den Tourismus geschaffen. Fast 2,5 Millionen Menschen jährlich – viele davon aus Mexiko – strömten in die Stadt, um die Sonne und das Nachtleben zu genießen. Doch wie es im Leben oft der Fall ist, verblasste der Glanz der Stadt in den 1980ern, als neue Urlaubsziele wie Cancún und Ixtapa auf den Plan traten. Die Überbauung und die unzureichende Infrastruktur taten ihr Übriges. Und dann kam die Gewalt. Ab 2006 schalteten die Drogenkartelle in Guerrero auf die Überholspur, was dem Tourismus einen herben Schlag versetzte. Bei den Morden, die Acapulco bis 2018 zur zweitgewalttätigsten Stadt der Welt machten, verschwand der Glanz fast vollständig.

Die Katastrophe von Hurrikan Otis

Im Oktober 2023 schlug das Schicksal erneut zu, als der Hurrikan Otis als Kategorie 5 am 25. Oktober Acapulco erreichte. Die Wettervorhersagen hatten eigentlich von einem schwachen tropischen Sturm gesprochen, doch Otis entschied sich für eine explosive Intensivierung. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 270 km/h und einem Druck von 922 mbar hinterließ er eine Spur der Verwüstung. Die Schäden wurden auf erschreckende 12 bis 16 Milliarden Dollar geschätzt, was diesen Sturm zum kostspieligsten pazifischen Hurrikan in der Geschichte Mexikos macht. Tragischerweise forderte die Naturkatastrophe mindestens 52 Menschenleben, und 32 wurden als vermisst gemeldet. Die Stadt war in einem Chaos gefangen, ohne Trinkwasser und mit weitreichenden Stromausfällen.

Die Regierungen mobilisierten Tausende von Militärs, um bei den Wiederaufbauarbeiten zu helfen. Die Straßen waren unpassierbar, und die Kommunikation lag am Boden. Es war ein Bild des Grauens, das sich den Überlebenden bot: zerstörte Gebäude, Trümmer und die bittere Realität, dass viele Hotels, die einst Touristen anlockten, schwer beschädigt oder gar geschlossen waren. Dennoch gab es auch Hoffnung. Einige Hotels planen, bis März 2024 wieder zu öffnen, und die Vorfreude auf neue Tourismusveranstaltungen schwebt in der Luft.

Acapulcos lange Geschichte und Zukunft

Die Geschichte Acapulcos reicht weit zurück. Von 1565 bis 1815 war es der bedeutendste Pazifikhafen für die Manila-Galeone, was die Stadt zu Mexikos Tor nach Asien machte. Der Name Acapulco stammt aus dem Nahuatl und bedeutet „Ort, an dem das Schilfrohr vernichtet wurde“. Wer die Klippenspringer von La Quebrada noch nie gesehen hat, hat etwas verpasst – seit 1934 springen sie aus schwindelerregenden Höhen in die Bucht. Heute, im Jahr 2026, wird von den rund 19.300 Hotelzimmern erwartet, dass etwa 86 Prozent bis Anfang 2026 wiederhergestellt sind.

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Obwohl die Sicherheitslage in Guerrero angespannt bleibt, wird Acapulco oft als „Perle des Pazifiks“ bezeichnet. Die Gefahr, die von den gefährlicheren Vierteln ausgeht, sollte Reisende nicht davon abhalten, die Schönheit der touristischen Zonen zu genießen. Das Auswärtige Amt hat zwar einige Reisewarnungen ausgesprochen, aber der internationale Flughafen bleibt ein wichtiger Anlaufpunkt für Touristen. Wer einen Besuch plant, sollte sich am besten zwischen November und April auf den Weg machen.

Die Klippen, die Strände und das pulsierende Leben Acapulcos haben eine lange Geschichte und durchleben gegenwärtig eine schwierige Zeit. Doch die Hoffnung auf eine Rückkehr zu alten Zeiten bleibt lebendig. Wer weiß, vielleicht wird Acapulco eines Tages wieder der schillernde Ort, der er einmal war – voller Leben und voller Geschichten, die darauf warten, erzählt zu werden.