Kuba am Abgrund: Die Krise des Tourismus und die Schatten der Sanktionen
Die Lage in Kuba, ach, die ist im Moment alles andere als rosig. Man könnte fast sagen, das Land steht am Abgrund. Die Hotelkette Iberostar hat bereits mehrere ihrer Hotels auf der Karibikinsel geschlossen. Und das ist nicht einfach nur eine kleine Randnotiz, sondern ein klares Zeichen für die schwerste Krise der Tourismusbranche seit Jahrzehnten. Von den glanzvollen Zeiten, als 4,2 Millionen Touristen die Insel im Jahr 2019 besuchten, ist nicht mehr viel übrig. Im ersten Halbjahr 2026 reisten weniger als 360.000 internationale Gäste nach Kuba – ein Rückgang von 58,4 % im Vergleich zum Vorjahr! Was für ein Schatten über der einst so lebhaften touristischen Szene.
Die Gründe für diesen dramatischen Rückgang sind vielschichtig. Die US-Regierung, speziell unter der Trump-Administration, hat mit ihren Sanktionen kräftig an der Schraube gedreht. Internationalen Hotelketten wie Iberostar, Meliá, Blue Diamond und Archipelago International wird das Leben schwer gemacht. Viele von ihnen haben sich bereits aus Kuba zurückgezogen. Meliá und Iberostar begründen ihre Schließungen zwar mit „äußeren Umständen“, doch die US-Sanktionen sind offensichtlich ein entscheidender Faktor. Diese Sanktionen zielen darauf ab, dem kubanischen Militärkonzern GAESA, der schätzungsweise mindestens 40 Prozent der kubanischen Wirtschaft kontrolliert, die Geschäftsbeziehungen zu entziehen. Ein gefährliches Spiel, das nicht nur die Unternehmen, sondern auch die kubanische Bevölkerung trifft.
Die Auswirkungen auf den Tourismus
Kuba ist in der Tat das Schlusslicht bei der Erholung nach der Pandemie, wie eine europäische Analysefirma festgestellt hat. Die kubanische Regierung sucht verzweifelt nach Investoren, um die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Bei einer Präsentation in Havanna wurden Bilder von leeren Kreuzfahrtterminals und kaum genutzten Flughäfen gezeigt – ein Bild des Jammers. Der öffentliche Verkehr ist ebenfalls stark eingeschränkt. Züge fahren nur alle 16 Tage, und die Überlandbusse sind nur dreimal in der Woche unterwegs. Man fragt sich, wo das alles enden soll.
Die Situation wird noch prekärer durch den Wegfall venezolanischer Öllieferungen, was zu einer Energiekrise führt. Der Schwarzmarktpreis für Benzin schießt durch die Decke – etwa acht Dollar pro Liter! Inmitten dieser Herausforderungen ziehen immer mehr internationale Hotelketten ihre Fühler von Kuba zurück. Iberostar, einst mit 18 Hotels vertreten, reduziert seine Präsenz auf lediglich sechs buchbare Hotels. Auch Meliá kündigt die Schließung von 15 Hotels an. Die Lage ist kritisch und komplex, und die Hoffnung auf eine baldige Besserung scheint in weiter Ferne zu liegen.
Die Rolle von GAESA und die politischen Spannungen
GAESA wird von den USA als ein „Staat im Staate“ wahrgenommen, und die kubanische Regierung bezeichnet die US-Maßnahmen als größte Eskalation der Spannungen. Während das Land versucht, sich von den Sanktionen zu erholen, bleibt die Frage, wie lange der Druck aufrecht erhalten werden kann, ohne dass die gesamte Infrastruktur zusammenbricht. Die US-Regierung hat Unternehmen bis zum 5. Juni 2026 Zeit gegeben, ihre Geschäfte mit GAESA abzubrechen, andernfalls drohen ihnen Sanktionen. Was für ein Dilemma!
Die Schließungen vieler Hotels und die Abwanderung internationaler Partner sind nicht nur wirtschaftliche Rückschläge, sondern auch eine große Enttäuschung für die Kubaner, die auf den Tourismus angewiesen sind. Die staatlichen Hotelgruppen bieten zwar zahlreiche Objekte für Management-Verträge an, doch die Frage bleibt: Wer wird in dieser kritischen Situation investieren? Für die kubanische Bevölkerung wird es zunehmend schwieriger, ihre Existenz zu sichern, und die Hoffnung auf eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage schwinden.
Inmitten dieser Ungewissheit bleibt der Blick nach vorne gerichtet. Die Verhandlungen für neue Projekte, wie das Luxus-Tourismusprojekt auf Santa Maria Island, könnten ein Lichtblick sein. Doch in Anbetracht der gegenwärtigen Umstände bleibt abzuwarten, ob dies der Wendepunkt sein wird, den Kuba so dringend braucht.
