Taunusklinik in Bad Nauheim soll bis 2026 geschlossen und in internationales Hotel umgewandelt werden
Die Taunusklinik in Bad Nauheim hat eine lange Tradition, doch nun stehen die Zeichen auf Wandel. Die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) plant, die Klinik bis Ende 2026 zu schließen und das Gelände in ein internationales Hotel umzuwandeln. Bürgermeister Klaus Kreß und der Geschäftsführer der Stadtmarketing- und Tourismus GmbH (BNST), Harald Hock, haben bereits im Ausschuss für Wirtschaft und Digitalisierung darüber informiert. Es wird ein großes Hotel an der Goethestraße 4 angestrebt, das die Attraktivität Bad Nauheims weiter steigern könnte.
Die Stadt verzeichnete 2023 beeindruckende Zahlen: 671.000 Übernachtungen und 1,8 Millionen Tagesreisen. Fast 168 Millionen Euro an touristischem Bruttoumsatz wurden in verschiedenen Branchen generiert. Hock bezeichnete den Tourismus als eine bedeutende Quelle für Umsätze und Arbeitsplätze. Umso wichtiger ist es, in die touristische Infrastruktur zu investieren. Der Standort der Taunusklinik wird als Premiumlage im Stadtzentrum angesehen, was die Aussicht auf ein qualitativ hochwertiges Hotel vielversprechend macht.
Ein neues Kapitel für Bad Nauheim
Die DRV zeigt sich an einer Unterstützung durch die Stadt und die BNST interessiert. Ein erstes Verkaufsexposé soll bald veröffentlicht werden. Es gibt bereits mehrere hochkarätige Interessenten, wobei der Verkaufspreis für die DRV von entscheidender Bedeutung ist. Kreß betonte, dass das geplante Hotel wirtschaftlich tragfähig sein muss. Interessanterweise wird kein „Elvis-Hotel“ angestrebt, sondern vielmehr ein Angebot, das den gehobenen Ansprüchen gerecht wird.
Die bestehende Hotelstruktur in Bad Nauheim wird nicht als Konkurrenz, sondern als Aufwertung des Standorts betrachtet. Hock äußerte, dass die aktuelle Anzahl an Hotelzimmern nicht ausreicht. Insbesondere das geplante Thermenhotel wird Gäste anziehen, die Interesse an Wellness und Erholung haben. Neben dem „Dolce by Wyndham“ fehlt ein großes internationales Hotel. Namen wie InterContinental, Marriott und Sheraton stehen im Raum, um zusätzliche Kundengruppen nach Bad Nauheim zu bringen.
Ein Blick in die Zukunft
Die Schließung der Taunusklinik, die von mehr als 3.000 Menschen kritisch begleitet wird, könnte auch Auswirkungen auf die benachbarte Klinik Wetterau haben, die abgerissen werden soll. Dort ist ein moderner Neubau geplant, jedoch bleibt die Zukunft des hoch spezialisierten Fachbereichs Lymphologie ungewiss. Der Druck auf den Gesundheitssektor wächst, und Kreß glaubt, dass in einigen Jahren weniger Klinikstandorte existieren werden. Doch Bad Nauheim scheint sich gut auf diese Veränderungen eingestellt zu haben.
Das Max-Planck-Institut bleibt vorerst gesichert, und die Aussichten für die Reha-Kliniken erscheinen positiv – nicht zuletzt dank der Therme und des Heilwaldes, die den Standort zusätzlich attraktiv machen. Auch der Anbau des „Dolce“ und das neue Hotel am Standort der Taunusklinik könnten sich gegenseitig stärken. Die Stadt Bad Nauheim steht in engem Kontakt mit der DRV in Berlin und bleibt optimistisch, was die touristische Entwicklung betrifft.
