Das Strandhotel Zippendorf in Schwerin – ein Ort, der Geschichte atmet und Erinnerungen weckt. Wer hätte gedacht, dass ein Gebäude, das in der DDR als beliebtes Urlaubsziel galt, heute vor so einer ungewissen Zukunft steht? Das Hotel, das seit Jahren leer steht, hat nicht nur die Herzen der Schweriner, sondern auch die der Investoren erobert. Paul Howaldt, Investor und Projektentwickler, bleibt optimistisch. Er plant, das Areal am Zippendorfer Strand für Wohnraum und touristische Nutzung zu entwickeln. Doch die Sache ist kompliziert.

Nach einer Sitzung des Hauptausschusses gab es Gerüchte, dass Howaldt sich möglicherweise zurückziehen könnte. Aber Baudezernent Bernd Nottebaum (CDU) stellte klar, dass es derzeit keine neuen Entwicklungen gibt. Laut Howaldt ist eine Sanierung des Hotels nach einem Gutachten technisch nicht möglich. So wurde im Januar 2026 ein Abrissantrag gestellt. Doch die Stadt hat noch keine Genehmigung erteilt. Die Baubehörde muss den Antrag prüfen, und die Hürden sind hoch, wie Nottebaum betont. Es bleibt also spannend, ob das altehrwürdige Gebäude erhalten bleibt oder dem Erdboden gleichgemacht wird.

Das Schicksal eines Denkmals

Der Abrissantrag liegt seit dem 6. Januar 2026 vor, doch die Stadt sieht aktuell keine Anhaltspunkte für eine Genehmigung. Die Prüfinstanzen sind vielfältig: Stadtplanung, Denkmalschutzbehörde, Immissions- und Naturschutz müssen alle an einem Strang ziehen. Das Grundstück ist Teil des Erhaltungsgebiets für Zippendorf und Muß, was zusätzliche Schutzmaßnahmen erfordert.

Eine 779-seitige Bauzustandsdokumentation, die am 28. Januar 2026 im Bauportal veröffentlicht wurde, dokumentiert den aktuellen Zustand des Hotels, doch eine Entscheidung über den Abbruch steht noch aus. Die Stadtverwaltung gibt sich Zeit. So haben auch mehrere Stadtvertreter Akteneinsicht beantragt, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Darunter Manfred Strauß und Karsten Jagau, der neu in der Stadtvertretung ist. Es scheint, als ob die Stadt ein großes Interesse daran hat, das historische Erbe zu bewahren.

Ein Blick in die Vergangenheit

Das Strandhotel, 1910 erbaut, hat in seiner langen Geschichte viele Höhen und Tiefen erlebt. Während der DDR-Zeiten war es ein beliebtes Ziel für Urlauber. Es gab sogar Pläne für eine massive Erweiterung mit 330 Ferienwohnungen und 90 Dauerwohnungen, doch diese Pläne sind wegen Kritik aus dem Stadtteil und von Umweltschützern nie umgesetzt worden. Viele befürchteten eine Entwertung des Landschaftsschutzgebiets Orthmannsche Wiese. Und so steht das Hotel heute, wie ein Lost Place, dem die Zeit gnadenlos zusetzt.

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Howaldt hat die Bedeutung des Gebäudes für die Schweriner erkannt und schlägt vor, das Hotel in ein neues Konzept zu integrieren. Das klingt erst einmal vielversprechend! Doch wie die Umsetzung konkret aussehen soll, bleibt abzuwarten. Die Stadt prüft nach wie vor die eingereichten Unterlagen und zeigt sich grundsätzlich offen für Lösungen, die den Erhalt des Hotels ermöglichen.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen

Ein wichtiger Aspekt in dieser Diskussion ist das Denkmalschutzgesetz von Mecklenburg-Vorpommern. Es schützt Kulturdenkmäler und sorgt dafür, dass diese für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben. Gemäß diesem Gesetz müssen Eigentümer und Unterhaltspflichtige Denkmale instand setzen, soweit es zumutbar ist. Eine Genehmigung ist erforderlich, wenn es um Veränderungen oder sogar Abrisse geht. Die Stadt hat hier also das letzte Wort, und die Chancen stehen nicht schlecht, dass das historische Strandhotel Zippendorf noch eine Zukunft hat – vielleicht sogar eine neue, spannende!