Der Weg zum Koch: Chancen und Herausforderungen im Restaurant „Das Mangold“
Heute ist der 6.08.2026 und wir werfen einen Blick auf die spannenden Entwicklungen im Restaurant „Das Mangold“ in Bischofsheim. Hier hat der junge Jermine Aydin an seinem ersten Praktikumstag bereits die Schürze umgebunden und hilft eifrig beim Anrichten von Tellern. Backhendl und Kartoffelsalat sind nur einige der Köstlichkeiten, die hier zubereitet werden. Für Jermine ist dies mehr als nur ein Job – er möchte eine Kochausbildung machen, da die Gastronomie in seiner Familie fest verankert ist. Tatsächlich kommen die meisten Auszubildenden hier nicht direkt von der Schule, sondern wurden über das Jobcenter vermittelt, was dem Restaurant nicht nur frischen Wind, sondern auch eine wertvolle Perspektive für viele Arbeitsuchende bietet.
Das „Mangold“ hat sich zudem einen Namen gemacht, indem es nicht nur für die Mensa einer benachbarten Schule, sondern auch für private Veranstaltungen kocht. Eine tolle Möglichkeit, die Fähigkeiten der Azubis zu erweitern und gleichzeitig die Region zu unterstützen. Die AVM gGmbH spielt dabei eine entscheidende Rolle, indem sie seit 1979 Menschen im Kreis Groß-Gerau bei der Qualifizierung für den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt hilft. Über 500 Personen haben seit 2014 erfolgreich ihre Ausbildung im „Mangold“ abgeschlossen, was zeigt, dass hier nicht nur gelehrt, sondern auch gelernt wird.
Fachkräftemangel in der Gastronomie
Doch die Gastronomie steht vor einer großen Herausforderung: dem Fachkräftemangel. Gerade in Hessen waren im Juni 9000 Stellenangebote für Küchenjobs ausgeschrieben, aber nur etwa 800 passende Arbeitssuchende verfügbar. Und die Situation wird sich wohl nicht so schnell entspannen, denn die Anzahl der offenen Stellen wird in den kommenden Jahren voraussichtlich steigen. Robert Mangold, Mitinhaber der Tiger- und Palmen-Gastronomie, spricht offen über die Schwierigkeiten, die es gibt, genügend ausgebildete Köche zu finden. Die Pandemie hat viele Beschäftigte dazu bewogen, das Gastgewerbe zu verlassen, und die Quereinsteiger sind rar gesät.
Die Zahlen sprechen für sich: Laut der Bundesagentur für Arbeit gibt es 33.160 offene Stellen im Gastgewerbe. Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga schätzt, dass über 66.000 Mitarbeitende fehlen, während nur gut 29.000 Arbeitslose mit entsprechender Qualifikation zur Verfügung stehen. Besonders dramatisch ist die Lage bei Köchinnen – hier klafft eine Lücke von 7.555 Fachkräften. Das führt dazu, dass viele Restaurants ihr Angebot reduzieren, Öffnungszeiten verkürzen oder sogar Ruhetage einlegen müssen. Das ist frustrierend für alle Beteiligten.
Innovative Lösungen und neue Wege
Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, gibt es auch kreative Ansätze. So bietet Aramark, das zweitgrößte Cateringunternehmen in Deutschland, Workshops für Köchinnen an, um deren Kreativität und Fähigkeiten zu fördern. Besonders im Bereich der veganen Küche sollen neue Impulse gesetzt werden. Im Oktober 2023 fand ein solcher Kreativ-Workshop in Frankfurt am Main statt, bei dem externe Spitzenköchinnen eingeladen wurden, um ihr Wissen zu teilen. Diese Workshops sind eine tolle Möglichkeit, die Mitarbeitenden zu binden und ihre Sichtbarkeit zu erhöhen.
Mit dem wachsenden Interesse an veganer Ernährung, die mittlerweile eine strategische Säule der Nachhaltigkeitsstrategie von Aramark darstellt, scheint das Gastgewerbe eine neue Richtung einzuschlagen. Immerhin identifizieren sich 2023 in Deutschland 1,52 Millionen Menschen als Veganerinnen. Und wie wäre es mit einem leckeren Selleriekrustenbraten mit Kartoffelklößen und Rotkohl für das bevorstehende Weihnachtsfest? Die positiven Rückmeldungen von Gästen und Mitarbeitenden zeigen, dass die veganen Aktionen gut ankommen!
Die Gastronomie hat es also nicht leicht – doch mit menschlichem Engagement, innovativen Ideen und einem offenen Ohr für die Bedürfnisse der Mitarbeitenden kann sie vielleicht doch einen Ausweg aus dieser schwierigen Situation finden. Denn die Liebe zum Kochen und die Freude am Gastgewerbe sind Dinge, die man nicht so leicht aufgibt.
