Heute ist der 17.09.2026, und die Gastronomie steckt in einer echten Zwickmühle. Vor nicht allzu langer Zeit wurde eine große Mehrwertsteuersenkung für die Branche verkündet, eine vier Milliarden Euro schwere Maßnahme, die vor allem die Gäste entlasten sollte. Doch wie das oft so ist, wenn die Politik groß auftrumpft, sieht die Realität ganz anders aus. Eine aktuelle Preisstudie hat gezeigt, dass nur rund 1% der über 180.000 untersuchten Gerichte tatsächlich günstiger wurden. 91% der Preise blieben gleich und, man mag es kaum glauben, etwa 8% der Gerichte wurden sogar teurer! Besonders betroffen sind die beliebten Bowls mit einem Preisaufschlag von 14%, gefolgt von Schnitzeln und Steaks, die ebenfalls kräftig zugelegt haben. Ein durchschnittlicher Preisanstieg von 0,5% – das kann man nicht gerade als Erfolg verbuchen.

Das ganze Dilemma zeigt sich auch an der Front der Beschäftigten. Eine Umfrage der NGG hat ergeben, dass 71% der Mitarbeiter über einen Jobwechsel nachdenken. Wer kann es ihnen verübeln? Fast die Hälfte von ihnen arbeitet regelmäßig zwischen 8 und 10 Stunden pro Tag, und 10% sogar noch länger. Nach langen Arbeitstagen mangelt es vielen an Erholung. Die Zahlen sind alarmierend: 75% fühlen sich nicht ausreichend erholt, und 79% berichten von kurzfristigen Änderungen im Dienstplan. Da fragt man sich, wo bleibt da die Entlastung?

Die Stimme der Beschäftigten

Der NGG-Vorsitzende Guido Zeitler bringt es auf den Punkt: Der politische Anspruch und die Realität klaffen weit auseinander. Die Beschäftigten profitieren nicht von der Mehrwertsteuersenkung – ganz im Gegenteil, sie kämpfen um ihre Existenz. Immer mehr fordern bessere Löhne und Arbeitsbedingungen, doch die Tarifverhandlungen mit DEHOGA scheinen festgefahren zu sein. Es wird viel geredet, aber bei den Lohnerhöhungen herrscht eine echte Blockadehaltung. Die Arbeitgeber müssen endlich Verantwortung für die Löhne und die Arbeitsbedingungen übernehmen, damit die Branche nicht weiter in die Knie geht.

Anika Römer-Marek hat es treffend formuliert: Die Leidenschaft der Beschäftigten ist unbestritten, aber die Realität sieht anders aus. Unzuverlässige Dienstpläne und Personalmangel setzen den Mitarbeitenden stark zu. Auch Mark Baumeister bringt es auf den Punkt, wenn er sagt, dass die Beschäftigten nicht die Folgen von Personalmangel und Arbeitsverdichtung tragen dürfen. Es ist höchste Zeit, dass sich hier etwas ändert und die Stimmen der Beschäftigten gehört werden.

Ein Blick in die Zukunft

Wenn wir an die Zukunft denken, wird deutlich, dass die Gastronomie vor großen Herausforderungen steht. Die Branche muss sich nicht nur um die Preise kümmern, sondern auch um die Menschen, die sie am Laufen halten. Es braucht dringend Lösungen, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Nur so kann man die Begeisterung und Leidenschaft der Beschäftigten langfristig sichern. Vielleicht ist es an der Zeit, einen neuen Kurs einzuschlagen – für die Gäste und für die, die für sie arbeiten.

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