Köln im Aufbruch: Gastronomie kämpft für gerechte Löhne und bessere Arbeitsbedingungen
Heute ist der 5. September 2026, und während sich die Stadt Köln auf den Montag vorbereitet, brodelt es ordentlich in der Gastronomie. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat ihre Mobilisierung für die bevorstehende Kundgebung am Rudolfplatz angekündigt. Am Montag, den 7. September, um 11 Uhr, werden sich zahlreiche Beschäftigte und Unterstützer versammeln, um auf die drängenden Probleme in der Branche aufmerksam zu machen.
Im Fokus stehen die Kernforderungen der NGG: Sechs Prozent mehr Lohn für alle Beschäftigten und Auszubildenden, eine Mobilitätspauschale für Azubis, die dem Preis des Deutschlandtickets entspricht, und eine Laufzeit des neuen Tarifvertrags von nur zwölf Monaten. Diese Forderungen sind nicht von ungefähr gekommen. Schließlich berichten viele Beschäftigte von enormen Belastungen am Arbeitsplatz, die weit über die gesetzlich zulässige Höchstarbeitszeit von zehn Stunden pro Tag hinausgehen. Geschäftsführer Marc Kissinger hat die mangelhafte Dokumentation und Planbarkeit in der Branche kritisiert – da bleibt einem schon die Luft weg!
Die Verhandlungsrunde und ihre Herausforderungen
Die aktuelle Situation ist angespannt. Der alte Branchentarifvertrag ist Ende Mai 2023 ausgelaufen, und die Arbeitgeberverbände, insbesondere Dehoga NRW, haben die Forderungen der NGG beim ersten Verhandlungstermin schlichtweg abgelehnt. Bei der zweiten Verhandlungsrunde bot Dehoga lediglich 1,3 Prozent mehr Lohn für ungelernte Kräfte und 1,9 Prozent für Fach- und Führungskräfte an. Angesichts der Inflation, die im Juli und August bei 2,8% beziehungsweise 2,9% lag, erachtet die NGG dieses Angebot als unannehmbar. Es wird Zeit, dass hier ein Zeichen gesetzt wird!
Besonders die Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie von 19 auf 7 Prozent zu Beginn des Jahres wird als Argument angeführt. Die NGG fordert, dass die Hälfte der Mehreinnahmen aus dieser Steuerersparnis den Beschäftigten zugutekommen sollte. Am 11. September wird die nächste Verhandlungsrunde stattfinden, und die Hoffnung auf einen Kompromiss schwebt in der Luft.
Ein Blick über den Tellerrand
Aber das ist nicht alles, was in der Gastronomie passiert. In anderen Bundesländern, wie zum Beispiel in Baden-Württemberg und Bayern, stehen ebenfalls Tarifverhandlungen an. Hier steigen die Entgelte in mehreren Stufen über die nächsten Jahre – das lässt hoffen! In Bayern wird beispielsweise ab 1. Juli 2024 ein Anstieg um 4,9 % für Fachkräfte und eine zusätzliche Netto-Inflationsausgleichsprämie von 400 € eingeführt. Solche Entwicklungen könnten auch in Nordrhein-Westfalen als Vorbild dienen.
Die anhaltenden Diskussionen um die Arbeitsbedingungen und Löhne in der Gastronomie sind nicht nur eine lokale Angelegenheit. Sie spiegeln wider, was in der gesamten Branche vor sich geht. Die Gewerkschaft vida hat in einer der letzten Verhandlungsrunden eine Lohnerhöhung von 3% angeboten bekommen, was im Vergleich zu den steigenden Lebenshaltungskosten wenig motivierend wirkt. Es ist ein ständiges Ringen um ein gerechtes Miteinander und faire Arbeitsbedingungen, das den Beschäftigten in der Gastronomie zusteht.
Die Kundgebung: Ein Zeichen der Solidarität
Die Redner bei der Kundgebung am Montag werden unter anderem Isabell Mura, Witich Roßmann und Mark Baumeister sein. Sie bringen die Stimmen der Beschäftigten zum Ausdruck, die in der Branche oft überhört werden. Der Druck auf die Arbeitgeber, sich endlich zu bewegen, wächst. Die Forderungen nach Betriebsräten, klaren Tarifverträgen und mehr Kontrollen sind laut und deutlich. Es bleibt abzuwarten, ob diese Kundgebung den nötigen Wind in die Segel bringt, um endlich Veränderungen herbeizuführen.
Wir sind gespannt, wie sich die Situation entwickeln wird. Denn letztendlich geht es um viel mehr als nur Zahlen in einem Vertrag. Es geht um die Menschen, die jeden Tag ihr Bestes geben, um uns kulinarisch zu verwöhnen. Und das sollte auch in den Tarifverhandlungen seinen gerechten Platz finden!
