Das Sheraton Saigon Grand Opera Hotel hat sich in der Welt der nachhaltigen Architektur einen Namen gemacht. Kürzlich erhielt es die LEED-Gold-Zertifizierung, was es zum ersten und einzigen Marriott International Hotel in Vietnam macht, das mit dieser Auszeichnung geehrt wird. Man könnte sagen, sie haben den grünen Daumen, denn die LEED-Zertifizierung steht für Leadership in Energy and Environmental Design, entwickelt vom US Green Building Council. Diese Auszeichnung ist nicht einfach zu erlangen, besonders im Gastgewerbe, wo der Betrieb rund um die Uhr läuft.
Um die Gold-Status zu erreichen, braucht es mindestens 60 Punkte nach dem internationalen Bewertungssystem – und das ist kein Zuckerschlecken! Die Kriterien dafür sind vielfältig: Energieeffizienz, Wassereinsparung, Raumluftqualität und Abfallmanagement stehen ganz oben auf der Liste. Herr Tan Ling, der Technische Direktor des Hotels, hebt hervor, wie wichtig die kontinuierliche Überwachung und Anpassung des Betriebssystems ist. Das Hotel hat einige beeindruckende Maßnahmen zur Betriebsoptimierung umgesetzt: von der Modernisierung der Klimaanlage bis hin zur Echtzeitüberwachung des Stromverbrauchs. Diese Schritte zeigen, dass sie den Nachhaltigkeitsgedanken ernst nehmen.
Ein Schritt nach dem anderen
Eine weitere Auszeichnung kam 2024 hinzu – die Green Globe-Zertifizierung. Das Sheraton Saigon wird damit zum ersten Marriott International Hotel in Vietnam, das auch in dieser Kategorie anerkannt wird. Man fragt sich, wie es möglich ist, gleich zwei Zertifizierungen für nachhaltige Entwicklung zu erhalten. Tatsächlich sind die Anforderungen enorm und bedeuten einen stetigen Verbesserungsprozess. Und das ist besonders erwähnenswert, wenn man bedenkt, dass die LEED-Zertifizierung im Gastgewerbe eine echte Herausforderung darstellt.
Im europäischen Raum hat sich in den letzten zehn Jahren einiges getan. Alternative Nachweisführungen wurden entwickelt, die auf europäischen Normen basieren und die Abgleichung mit den US-ASHRAE Standards ersetzen. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, um den spezifischen Anforderungen in Europa gerecht zu werden. Dabei können Betreiber und Bauherren vergleichbarer Immobilien von einem Verfahren zur Gruppenzertifizierung profitieren. Wenn man ein Basiszertifikat für einen Prototypen eines Portfolios hat, wird der Prozess für Folgezertifizierungen erheblich erleichtert.
Ein Blick auf die Zukunft
Aber wie läuft das mit der LEED-Zertifizierung eigentlich ab? Zu Beginn steht der Kickoff, bei dem Version und Rating System festgelegt werden. Die Registrierung erfolgt über Arc für v5-Projekte und LEED Online für die älteren Versionen. Es müssen Mindestanforderungen geprüft werden, wie etwa der permanente Standort und die Mindestfläche. Wenn das alles geklärt ist, wird es spannend: die Punktepfade werden definiert, und die Verantwortlichkeiten festgelegt. Eine erste Vorbewertung ist notwendig, und die Credits werden festgelegt.
Das alles führt zu einem kontinuierlichen Prozess. Der Betrieb des Hotels wird fortlaufend überwacht, und alle drei Jahre ist eine Re-Zertifizierung für O+M-Projekte möglich. Die Leistung wird mittels Arc-gestützter Erhebung der Performance-Daten erfasst, dabei geht es um Energie, Wasser und Raumluftqualität. Der gesamte Prozess ist wie ein lebendiges Organ, das ständig optimiert werden muss – eine Herausforderung, die das Sheraton Saigon Grand Opera Hotel mit Bravour meistert.