Heute ist der 18.09.2026 und die Diskussion um die Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie ist nach wie vor ein heißes Eisen. Im Januar 2023 wurde die Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie von 19 auf 7 Prozent gesenkt – ein echter Lichtblick für die Branche. Doch wie das so oft ist, steckt der Teufel im Detail. Eine umfassende Analyse der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zeigt nun, dass nur etwa 1% der über 180.000 untersuchten Gerichte in mehr als 12.000 Restaurants tatsächlich günstiger wurden. Das ist nicht gerade der große Wurf, oder? In den meisten Fällen, nämlich bei 91% der Gerichte, sind die Preise stabil geblieben, und rund 8% wurden sogar teurer. Besonders betroffen von Preiserhöhungen sind unter anderem die beliebten Schnitzel und Steakgerichte – da kann man sich schon die Frage stellen, was da eigentlich läuft.

Die NGG hat das Beratungsunternehmen wmp consult mit der Preiserhebung beauftragt, und deren Erkenntnisse sind nicht gerade ermutigend. NGG-Vorsitzender Guido Zeitler hat deutlich kritisiert, dass die Steuersenkung nicht an die Beschäftigten im Gastgewerbe weitergegeben wurde. Über zwei Millionen Menschen arbeiten in dieser Branche, viele von ihnen unterhalb der Niedriglohnschwelle. Lohnsteigerungen, die zur Verbesserung der Lebensbedingungen beitragen könnten, gibt es meist nur, wenn der Mindestlohn angehoben wird. Zeitler fordert daher, dass die Betriebe die Steuersenkung nutzen sollten, um die Löhne zu erhöhen. Doch in den Tarifverhandlungen mit dem DEHOGA gibt es eine Blockadehaltung, die nicht gerade Optimismus verbreitet.

Preise und Arbeitsbedingungen im Fokus

Ein Blick auf die Arbeitsbedingungen zeigt, dass fast die Hälfte der Befragten in einer Umfrage unter 2.100 Beschäftigten bis zu zehn Stunden täglich arbeitet, ein Fünftel sogar zwischen zehn und vierzehn Stunden. Das ist schon ein ganz schöner Hammer für die Mitarbeiter, oder? Die Erschöpfung ist spürbar, und 71% der Befragten ziehen einen Branchenwechsel in Betracht. Viele Restaurants haben in Hamburg sogar für das Saisongeschäft ihr Personal aufgestockt, kämpfen aber dennoch mit personellen Herausforderungen und hohen Kosten. Die Stimmung ist angespannt, und der Fachkräftemangel wird immer deutlicher. Die NGG fordert daher nicht nur höhere Einkommen, sondern auch verlässlichere Dienstpläne und bessere Arbeitsbedingungen.

Die Ergebnisse der NGG-Studie zeigen, dass die Preise in der Gastronomie trotz der Senkung der Mehrwertsteuer kaum gesenkt wurden. In Hamburg, wo die höchsten Preissteigerungen zu verzeichnen sind, stiegen bei 10% der Gerichte die Preise – das schlägt schon ganz schön zu Buche. In Schleswig-Holstein und Niedersachsen waren es immerhin 7%, in Mecklenburg-Vorpommern sogar noch 4%. Die NGG hat das, was sie als „Mehrwertsteuergeschenk“ bezeichnet, als verpufft kritisiert. Die Betreiber haben es offenbar vorgezogen, ihre wirtschaftliche Lage zu stützen, statt ihren Gästen einen Preisvorteil zu gewähren. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten, wie wir sie derzeit erleben, wirkt sich das auf das Verhalten der Gäste aus. Die allgemeine wirtschaftliche Lage ist also ein entscheidender Faktor.

Der Ausblick: Wie geht es weiter?

Ein Beispiel aus Berlin zeigt, wie unterschiedlich die Betriebe mit der Steuersenkung umgehen. Wirt Veiko Narten hat die Mehrwertsteuersenkung bei seinem Grillhähnchen weitergegeben, der Preis sank von 8,90 Euro auf 5,90 Euro. Doch er merkt auch, dass steigende Mindestlöhne und Lieferkosten das Geschäft belasten. Die Diskussion um die Mehrwertsteuersenkung verdeutlicht die angespannte Lage der deutschen Gastronomie. Anleger in börsennotierte Restaurantketten oder Gastronomie-Zulieferer sehen sich einem schwierigen Umfeld gegenüber, und die Debatte wird sicherlich nicht so schnell verstummen.

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Insgesamt bleibt zu hoffen, dass die Gastronomie die Herausforderungen meistert und die Steuersenkung irgendwann doch noch dort ankommt, wo sie hinsollte – bei den Beschäftigten und Gästen. Bis dahin bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt und ob die angestoßenen Diskussionen zu einer tatsächlichen Verbesserung führen können. Auf jeden Fall bleibt die Branche spannend und wir werden die Entwicklungen weiter aufmerksam verfolgen.