Das Hotel- und Gastgewerbe in Südtirol hat sich als wahres Kraftpaket der Wirtschaft herausgestellt. Laut einer aktuellen WIFO-Studie erwirtschaftet dieser Sektor eine Wertschöpfung von beeindruckenden 3,5 Milliarden Euro und belegt damit den dritten Platz unter den Wirtschaftsbereichen. Eine beachtliche Leistung, die nicht nur Hotels und Restaurants betrifft, sondern weitreichende wirtschaftliche Effekte hat. Die Betriebe sind nicht nur Konsumenten, sondern auch Lieferanten – sie beziehen zahlreiche Waren und Dienstleistungen aus anderen Branchen. Man könnte sagen, sie sind das Herzstück eines lebendigen Wirtschaftskreislaufs.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt, wie vielseitig das Gastgewerbe ist. Rund 532 Millionen Euro fließen in Erzeugnisse des verarbeitenden Gewerbes, während landwirtschaftliche Produkte mit etwa 175 Millionen Euro unterstützt werden. Auch die Infrastruktur wird nicht vernachlässigt: Für Energie, Wasser und Abfallentsorgung werden rund 103 Millionen Euro aufgebracht. Die Wertschöpfungsquote ist mit etwa 67 Euro je 100 Euro Produktionswert überdurchschnittlich hoch, verglichen mit dem allgemeinen Südtiroler Durchschnitt von 51 Euro.

Wirtschaftliche Herausforderungen und Erfolge

Die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen sind nicht zu leugnen. Während der Optimismus in der Gastronomie und insbesondere in der Beherbergung vorherrscht, sieht es für viele Bars und Cafés nicht so rosig aus. Über die Hälfte dieser Betriebe berichtet von einem Umsatzrückgang. Das ist schon ein ziemlicher Dämpfer, zumal mehr als ein Fünftel der Cafés und Bars ihre Betriebsergebnisse als unbefriedigend einschätzen. Dennoch: Die allgemeine Ertragslage im Südtiroler Gastgewerbe zeigt, dass 93 Prozent der Unternehmen 2024 mit ihrer Situation zufrieden sind – ein Lichtblick in diesen stürmischen Zeiten.

Natürlich gibt es auch positive Nachrichten. Im Zeitraum von Januar bis Oktober wurden mehr als 33,5 Millionen Übernachtungen registriert, was einem Anstieg von 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders erfreulich ist der Zuwachs bei Gästen aus dem Ausland, die um 11,3 Prozent mehr Übernachtungen gebucht haben. Das zeigt, dass die Südtiroler Landschaft und Gastfreundschaft nach wie vor begeistern – auch wenn italienische Gäste etwas zurückhaltender geworden sind.

Starke Beschäftigungszahlen und Zukunftsaussichten

Ein weiterer positiver Aspekt ist der Anstieg der Beschäftigung im Gastgewerbe. Von November 2023 bis April 2024 waren im Südtiroler Hotel- und Gastgewerbe durchschnittlich 31.100 Menschen beschäftigt. Das entspricht einem Anstieg von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und stellt die stärkste Zunahme unter den Wirtschaftssektoren dar. Auch die Berufe mit den höchsten Zuwächsen, wie Servierfachkräfte und Köche, zeigen, dass die Branche floriert. Das ist doch ein Grund zum Feiern, oder nicht?

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Die Ausblicke für 2025 sind ebenfalls ermutigend. Fast alle Gastgewerbebetriebe blicken optimistisch auf das kommende Jahr. Jedes vierte Unternehmen rechnet sogar mit einem guten Betriebsergebnis. Die Hoffnung auf Umsatzwachstum, vor allem durch ausländische Gäste, ist greifbar. Handelskammerpräsident Michl Ebner hebt die wachsende Bedeutung dieser diversifizierten Kundschaft hervor und fordert gleichzeitig bessere Verkehrsanbindungen, um die Regionen noch attraktiver zu machen.

Insgesamt bleibt das Südtiroler Gastgewerbe ein dynamischer und essenzieller Bestandteil der Wirtschaft. Mit einem klaren Fokus auf Qualität, gut ausgebildete Mitarbeiter, Digitalisierung und regionale Wirtschaftskreisläufe wird der Sektor auch in Zukunft eine entscheidende Rolle spielen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Branche weiterentwickelt und welche neuen Herausforderungen und Chancen auf sie zukommen werden.