Tag der offenen Tür in Südtirol: 36 Hotels und Gastbetriebe laden 530 Jugendliche zur Berufserkundung ein
Heute ist der 2.11.2026 und wir blicken auf einen spannenden Tag zurück, der für die junge Generation in Südtirol eine echte Entdeckungstour in die Welt des Hotel- und Gastgewerbes bot. Die Hoteliers- und Gastwirtejugend (HGJ) hatte im Oktober zum zweiten Mal einen Tag der offenen Tür veranstaltet, und das mit großem Erfolg! 36 Hotels und Gastbetriebe öffneten ihre Türen weit und luden rund 530 Jugendliche und deren Eltern ein, um sich über Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Das ist ein gewaltiger Anstieg im Vergleich zur ersten Veranstaltung, die nur 17 Betriebe und etwa 325 Interessierte anzog. Man könnte sagen, die Neugier auf die Branche ist regelrecht explodiert!
Die Besucher hatten die Möglichkeit, tiefere Einblicke in die verschiedenen Arbeitsbereiche der Betriebe zu gewinnen. Praktische Mitmach-Aktivitäten sorgten dafür, dass die Jugendlichen nicht nur zuschauten, sondern auch selbst Hand anlegten – eine ideale Gelegenheit, um den ersten Kontakt zur Berufswelt zu knüpfen. Besonders Schülerinnen und Schüler der zweiten und dritten Klassen der Mittelschulen waren eingeladen, da sie sich gerade in einer entscheidenden Phase ihrer Schul- und Berufswahl befinden. Ein kluger Schachzug, um Unsicherheiten abzubauen und Perspektiven aufzuzeigen.
Investitionen in die Zukunft
Und das ist nicht alles! Das Land Südtirol plant Investitionen von insgesamt rund 100 Millionen Euro für die Modernisierung der gastgewerblichen Ausbildungsstätten. Die Schulen Hellenstainer, Ritz und Kaiserhof stehen dabei im Fokus. Landesrat Christian Bianchi hat betont, dass diese Modernisierungen eine absolute Priorität für sein Ressort darstellen. Die Gelder sind zweckgebunden und sollen sicherstellen, dass die Ausbildungsstätten den aktuellen Bedürfnissen gerecht werden. Ein Schritt, der nicht nur die Infrastruktur verbessert, sondern auch die Ausbildungsqualität für zukünftige Fachkräfte im Gastgewerbe enorm steigert.
Für die Landeshotelfachschule Hellenstainer sind rund 23 Millionen Euro eingeplant, mit einem Baubeginn, der bis 2027 erfolgen soll. Die Neugestaltung der Landeshotelfachschule Ritz wird mit etwa 59 Millionen Euro unterstützt, wobei ein umfassender Umbau, der Abriss und Neubau bestehender Strukturen, eine Tiefgarage, eine Mensa und ein Schülerheim geplant sind. Auch der Kaiserhof erhält mit 15 Millionen Euro eine Auffrischung, um den Anforderungen der modernen Berufsausbildung gerecht zu werden.
Fachkräftemangel und Herausforderungen
Doch trotz all dieser positiven Entwicklungen gibt es auch Herausforderungen, die nicht ignoriert werden können. Der Fachkräftemangel im Gastgewerbe, besonders in Südtirol, wird immer deutlicher. In Meran ist die Situation besonders angespannt. Karl Telser, Direktor der Landesberufsschule für das Gastgewerbe „Savoy“, spricht von Schwierigkeiten bei der Rekrutierung qualifizierter Fachlehrkräfte, insbesondere in den Bereichen Küche und Service. Die Konkurrenz mit der Privatwirtschaft macht es nicht einfacher. Oftmals erhalten Fachlehrkräfte ein niedrigeres Grundgehalt, obwohl sie mehr Stunden arbeiten. Ein echtes Dilemma!
Telser fordert dringend eine Reform der Gehaltsstruktur und eine stärkere Wertschätzung der Lehrkräfte in der Berufsbildung. „Die Ausbildungsqualität darf nicht unter den bestehenden Lohnmodellen leiden“, sagt er. Und das ist nur fair, denn engagierte und qualifizierte Fachlehrkräfte sind der Schlüssel zu einer zeitgemäßen Ausbildung, die junge Menschen für eine Karriere im Gastgewerbe begeistern kann.
Inmitten dieser Herausforderungen ist es umso wichtiger, dass Initiativen wie der Tag der offenen Tür weiterhin stattfinden. Sie bieten nicht nur einen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten der Branche, sondern unterstützen auch die Jugendlichen dabei, ihren eigenen Weg zu finden. Es bleibt spannend, wie sich die Situation entwickeln wird und wie die neuen Investitionen in die Ausbildung langfristig wirken werden.
