Aufbruch zu neuen Ufern: Hotelimmobilien im Wandel der Zeit
Die Welt der Hotelimmobilien scheint sich trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen zu behaupten. Investoren bewerten diese Assetklasse weiterhin positiv, auch wenn hohe Finanzierungs- und Baukosten auf dem Tisch liegen. Eine aktuelle Trendumfrage von MRP Hotels, die zwischen dem 15. April und 21. Mai 2026 durchgeführt wurde, zeigt, dass 69 Prozent der 42 befragten Marktteilnehmer – darunter Investoren, Asset- und Investmentmanager sowie Berater – Hotelinvestments eine hohe oder sogar sehr hohe Bedeutung beimessen. Das ist doch schon mal ein starkes Zeichen!
Knapp 45 Prozent der Befragten glauben, dass der Anteil von Hotelimmobilien in den nächsten drei Jahren in den Portfolios steigen wird. Nur 14 Prozent rechnen mit einem Rückgang. Das zeigt, dass die Branche optimistisch in die Zukunft blickt. Martin Schaffer, Geschäftsführer von MRP Hotels, hebt die Resilienz und Zukunftsfähigkeit von Hotelimmobilien in institutionellen Portfolios hervor. Auch wenn Wohnimmobilien nach wie vor die Nase vorn haben, sind Hotels im Vergleich zu Büro- und Einzelhandelsimmobilien auf einem guten Weg.
Wachstumsmärkte und Herausforderungen
Wo wird das Geld investiert? Spanien wird von 55 Prozent der Teilnehmer als der Markt mit der größten Investmentdynamik für die kommenden Jahre genannt, gefolgt von Deutschland (40 Prozent), Italien (33 Prozent) und skandinavischen Ländern (29 Prozent). Urbane Toplagen sind dabei besonders gefragt – mehr als 80 Prozent der Befragten stuften Metropolen als bevorzugte Standorte ein. Interessanterweise gewinnen auch Ferienregionen und Resorts zunehmend an Bedeutung. Man könnte fast sagen, dass die Branche sich auf ein neues Abenteuer einlässt!
Allerdings gibt es auch Schattenseiten. Über 80 Prozent sehen das aktuelle Zins- und Finanzierungsumfeld als größte Belastung an. Steigende Baukosten und Betreiber-Risiken sind ebenfalls ständige Begleiter in den Überlegungen der Investoren. Die Herausforderungen sind real, aber die Wachstumschancen sind auch nicht zu vernachlässigen. Insbesondere Budget-Hotels und Serviced Apartments versprechen hohe Wachstumschancen, da sie von einem steigenden Preisbewusstsein der Reisenden und der Nachfrage nach flexiblen Aufenthaltsformen profitieren.
Investmentdynamik und Trends
Die Zahlen sprechen für sich: Im Jahr 2025 verzeichnete der Hotelinvestmentmarkt bemerkenswerte Transaktionen. Family Offices machten 29 Prozent des Gesamtvolumens von 410 Millionen Euro aus, gefolgt von Hotelbetreibern (25 Prozent) und institutionellen Investoren (22 Prozent). Ausländische Investoren trugen mit 63 Prozent zu diesem Volumen bei, was zeigt, dass das internationale Interesse an deutschen Hotelimmobilien ungebrochen ist.
Die Investitionen konzentrieren sich zunehmend auf Objekte der Risikoklasse Value Add, mit 750 Millionen Euro bei 28 Transaktionen. Im Vergleich dazu flossen 422 Millionen Euro in Core Plus-Objekte. Heidi Schmidtke, Managing Director der JLL Hotels & Hospitality Group, beobachtet Konsolidierungstrends bei Hotelbetreibern und Marken. Zusammenschlüsse wie IHG und Ruby oder Marriott und Citizen M zeigen, dass die Branche sich anpasst, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Da wird die Marktgröße und Schlagkraft erhöht, was in der jetzigen Zeit nicht unwichtig ist!
Die Richtung, in die sich der Markt entwickelt, ist klar: spezialisierte Konzepte mit hoher Betreiberkompetenz und klarer Zielgruppenansprache sind gefragt. Die Zeit der Standardlösungen scheint vorbei. In der Hotelbranche ist das kein Stillstand, sondern ein Aufbruch zu neuen Ufern.
