Schweizer Sommer: Sonne, Schatten und die Suche nach neuen Gästen
Heute ist der 15.09.2026, und die Schweizer Hotellerie hat einen Sommer hinter sich, der eher gemischte Gefühle hervorruft. Im August gab es einen Rückgang der Übernachtungen, und die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Laut einer ersten Schätzung des Bundesamts für Statistik (BFS) sind die Logiernächte im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent gesunken. Das ist schon ein Wort! Die heimischen Gäste blieben um 1,9 Prozent zurückhaltender, während die ausländischen Besucher sogar um 2,2 Prozent weniger zahlten. Man könnte fast meinen, die Sonne hat nicht nur gebrannt, sondern auch die Gästezahlen geschmolzen.
In den Sommermonaten Juni und Juli sah es jedoch anders aus. Ein kleiner Lichtblick: Hier gab es ein Plus von 2,3 Prozent bei den Logiernächten von Schweizer Gästen. Bergdestinationen wie Graubünden und Zermatt konnten sich über einen Anstieg von satten 25 Prozent im Juni freuen – ein richtiger Hitzegewinner! Aber nicht alle Orte konnten so strahlen. Interlaken spürte die geopolitischen Turbulenzen besonders stark, vor allem bei Hostels, die unter weniger Übernachtungen aus Asien und den Golfstaaten litten.
Die Herausforderungen des Marktes
Die Hitze hat die Nachfrage von europäischen und amerikanischen Gästen gestützt, doch die starken Rückgänge aus den Golfstaaten und Asien machten sich bemerkbar. Während Campings Zuwächse verzeichneten, blieb die Hotellerie insgesamt stabil. Deutschland meldete eine stabile bis leicht positive Saison, was immerhin ein kleiner Trost ist. Und was ist mit Nordamerika? Hier blieb die Nachfrage auf dem Niveau des starken Sommers 2025, insbesondere im Luxussegment, was die Hoteliers bestimmt erfreut hat.
Leider gab es auch Dämpfer. Die Bilanz zeigt eine schwächere Nachfrage aus Indien und den Golfstaaten, verursacht durch teure Flugverbindungen und geopolitische Unsicherheiten. Genf und Zürich spürten Rückgänge im Fernmarkt, besonders bei arabischen Gästen aus der Mittelschicht. Wenn man bedenkt, dass der starke Franken sein Übriges tut, ist es kein Wunder, dass die Zahlen nicht sprudeln.
Ein Blick in die Zukunft
Für das Gesamtjahr 2026 wird ein Rückgang der Logiernächte um 0,7 Prozent erwartet, wobei die Prognosen für den Heimmarkt ein Plus von 0,9 Prozent vorsehen. Das klingt fast wie ein Lichtblick am Ende eines Tunnels. Der CEO von Schweiz Tourismus, Martin Nydegger, hat es treffend formuliert: Es geht nicht nur um die Anzahl der Gäste, sondern auch um längere Aufenthalte und eine bessere Verteilung über das Jahr und die Regionen. Das ist, denke ich, ein sehr weiser Ansatz!
Im Jahr 2025 übernachteten fast 44 Millionen Gäste in den Schweizer Hotels und Unterkünften, was einen Anstieg um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Das lässt uns hoffen, dass die Branche sich wieder stabilisieren kann. Ein interessantes Detail: Rund 21 Millionen dieser Logiernächte entfielen auf Schweizer Gäste, die städtische Hotels bevorzugen. Da könnte man fast sagen, die Einheimischen wissen, wo’s schön ist!
Die Herausforderungen sind jedoch nicht zu unterschätzen. Hotels kämpfen mit steigenden Kosten und Margendruck, selbst in einem Rekordjahr. Die Personalproblematik bleibt ebenfalls ein großes Thema. Die Schweiz bleibt ein sicheres Land mit hochwertiger touristischer Infrastruktur – das ist ein klarer Vorteil. Qualität, regionale Balance und nachhaltiges Reisen sind die Themen, die den Hoteliers in den kommenden Jahren auf den Nägeln brennen werden.
Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Situation weiterentwickelt. Die nächsten Zahlen werden am 22. September veröffentlicht, und die definitiven Ergebnisse gibt’s am 5. Oktober. Vielleicht bringt der Herbst ja frischen Wind in die Branche!
