Heute ist der 19.08.2026 und in der Reisebranche tut sich etwas. Die Schweizer Reisenden haben ihre Vorlieben klar artikuliert, und die Trends zeigen deutlich: Langsame, bewusste Reisen sind der neue heiße Scheiß. Alexander Brändle, Chief Operating Officer Specialists & Strategy bei Dertour Suisse, hat im dritten Teil des European Travel Trend Reports interessante Einblicke gegeben. Viele Reisende möchten nicht mehr einfach nur von A nach B hetzen, sondern ihre Zeit in vollen Zügen genießen. Diesen Wunsch nach Entschleunigung teilen nicht nur die Eidgenossen, auch in ganz Europa ist Slow Travel auf dem Vormarsch.

Eine Umfrage zeigt, dass 60% der Schweizer sich für Slow Travel entscheiden, um ihre Reiseziele intensiver zu erleben. Das ist nicht nur eine Zahl, das ist eine Einstellung! Die Deutschschweizer scheinen besonders auf intensive Erlebnisse zu setzen, während die Westschweizer mehr Wert auf ihr persönliches Wohlbefinden und Stressabbau legen. Über 84% der Befragten wollen in den Ferien bewusst entschleunigen und die Kultur, Natur und die Menschen vor Ort besser kennenlernen. Das klingt fast nach einem Rezept für die perfekte Auszeit, oder?

Die europäische Perspektive

Auch die europäischen Nachbarn sind auf der gleichen Wellenlänge. Christoph Debus, CEO der DERTOUR Group, hebt hervor, dass bedeutungsvolle Erlebnisse für Reisende immer wichtiger werden. Knapp 53,2% der europäischen Reisenden interessieren sich für Slow Travel. Das sind keine trivialen Zahlen! In Deutschland sind es sogar fast 68%, die im Urlaub bewusst entschleunigen möchten. Ein Trend, der nicht nur im Urlaub aufblüht. Immer mehr Menschen erkennen, dass weniger manchmal mehr ist.

Immer wieder hört man von Reisenden, die sich nach wenigen, aber eindrücklichen Erlebnissen sehnen. 58% der Befragten haben in der Umfrage angegeben, dass sie prägende Erlebnisse statt vieler kleiner Aktivitäten bevorzugen. Dazu gehört auch das Kennenlernen der Menschen und Kulturen am Reiseziel – 55% der Reisenden legen darauf Wert. Slow Travel wird somit nicht nur als eine Möglichkeit gesehen, die Urlaubskosten zu senken, sondern auch als Chance, das eigene Wohlbefinden zu steigern.

Solo-Reisen und digitale Auszeiten

Und während wir über langsames Reisen sprechen, sticht ein weiterer Trend hervor: Solo-Reisen. Fast 30% der europäischen Reisenden ziehen in Betracht, in den nächsten 12 Monaten allein zu reisen. In Deutschland liegt das Interesse sogar bei über 36%. Das ist schon spannend – eine Art von Freiheit, die viele für sich entdecken. Die Wünsche von Solo-Reisenden sind vielfältig: Passende Zimmerangebote, Gemeinschaftserlebnisse und ein Gefühl von Sicherheit sind ganz oben auf der Liste. Über 38% wünschen sich echte Einzelzimmer ohne Zuschlag! Wer hätte das gedacht?

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Ein weiterer Punkt, der immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist die digitale Auszeit. Fast 49% der Reisenden möchten während der Reise eine Pause von der digitalen Welt einlegen. Besonders unter Millennials hat dieser Wunsch zugenommen. Es ist fast schon ein „JOMO“ – Joy of Missing Out! Die Sehnsucht, weniger zu erleben, dafür aber intensiver. Das hat was, oder?

Aber was bedeutet das für die Reiseveranstalter? Sie müssen das Reiseerlebnis als Ganzes in den Mittelpunkt rücken. Angebote wie Zugreisen und naturnahe Rundreisen, die Dertour Suisse bereits im Portfolio hat, sind genau das, wonach viele Reisende suchen. Marken wie Railtour, Kontiki und Cotravel bieten spezifische Angebote für umweltbewusste und intensive Reisen an. Der Trend zu Slow Travel zeigt sich in verschiedenen Facetten und Reiseformen – ein spannendes Feld, das es zu erkunden gilt.

Insgesamt zeigt sich, dass die Reisevorlieben sich gewandelt haben. Die Menschen wünschen sich mehr Zeit für Erholung, Naturerlebnisse und persönliche Bereicherung. Das ist ein klarer Aufruf an die Branche, sich anzupassen und neue Wege zu finden, um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden. Wer weiß, vielleicht sind die kommenden Jahre die Zeit, in der wir alle lernen, langsamer zu reisen und intensiver zu leben.