Heute ist der 15.05.2026 und in der Reisebranche brodelt es ganz schön. Man könnte meinen, es ist wie in einer guten alten Seifenoper – ständig passiert irgendwas, das die Handlung vorantreibt. Während die einen mit großen Hoffnungen in die Zukunft blicken, haben andere mit ganz anderen Herausforderungen zu kämpfen. Und das hat alles seine ganz eigenen Gründe. Die Belastungen durch den Iran-Krieg sind nicht zu übersehen. Flugausfälle, hohe Treibstoffkosten und die oh-so-beliebte Inflation drücken die Stimmung. Das Ifo-Geschäftsklima für Reisebüros und Reiseveranstalter hat sich im April auf -43,5 Punkte verschlechtert. Wenn das mal keine alarmierenden Zahlen sind! Klar, die Unternehmen sind aktuell eher pessimistisch, aber die Erwartungen für die Zukunft sind etwas optimistischer – die Aufhebung der Reisewarnungen für wichtige Transitländer im Nahen Osten ist da ein Lichtblick.

In der Autoindustrie hingegen sieht die Lage ganz anders aus. Bis 2035 werden rund 125.000 Arbeitsplätze abgebaut, und das hat seine Gründe. Der große Umstieg auf Elektromobilität sorgt dafür, dass E-Autos weniger komplex sind und weniger Jobs bei Zulieferern erfordern. Die traurige Wahrheit ist, dass neue Stellen häufig im Ausland entstehen, wo die Standortbedingungen oft günstiger sind. Die Branche hat in den letzten Jahren stark gelitten. Im vergangenen Jahr verloren etwa 6,5% der Beschäftigten ihren Arbeitsplatz, was fast 50.000 Fertigungsjobs entspricht. Von den 20% der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die in Automobilzentren wie Bayern und Niedersachsen arbeiten, ist ein erheblicher Teil betroffen. Und das, obwohl die deutsche Autoindustrie nach wie vor einer der größten Industriezweige des Landes ist.

Ein Blick auf die Zahlen

Der Preisanstieg im Großhandel hat im April mit 6,3% im Vergleich zum Vorjahr die höchste Rate seit über drei Jahren erreicht. Verbraucherpreise steigen ebenfalls – auf +2,9%, hauptsächlich wegen der höheren Energiepreise. Und die Nahrungsmittelpreise? Die bewegen sich auch nach oben mit einem Anstieg von +1,2%. Was die Landwirtschaft betrifft, so sind die Preise im März 8,8% unter dem Vorjahr, jedoch um +2,1% zum Vormonat gestiegen. Obst hingegen hat einen Rückgang von -31,2% erlebt, während Gemüsepreise kräftig steigen – Gurken um +31,9% und Salat um +20,3%. Man fragt sich, wo das alles hinführt.

Die geopolitischen Spannungen und die steigenden Energiepreise treiben die Renditen globaler Staatsanleihen nach oben. Während in Japan die Renditen 20-jähriger Bonds auf dem höchsten Stand seit 1997 sind, verschiebt sich die Markterwartung in den USA hin zu restriktiverer Geldpolitik. Die langfristigen Treasury-Renditen steigen in Richtung 5%. Ein weiterer Punkt, der die Wirtschaft belastet. Der Druck auf Unternehmen ist enorm, und viele suchen nach Wegen, um sich anzupassen. Unternehmen wie Südzucker und RWE berichten von positiven Entwicklungen – der operative Gewinn soll im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres deutlich ansteigen.

Die Zukunft der Industrie

Die Autoindustrie steht vor einem Wendepunkt. Der Hochlauf der Elektromobilität verläuft langsamer als erwartet, und das setzt die Unternehmen unter Druck. Große Firmen verlagern Arbeitsplätze zunehmend ins Ausland, was in den betroffenen Regionen für steigende Arbeitslosigkeit sorgt. In Brandenburg hingegen hat die Beschäftigung in der Autoindustrie seit der Eröffnung des Tesla-Werks 2022 zugenommen. Ein kleiner Hoffnungsschimmer, wenn man so will. Die Beschäftigung in E-Motoren und Batterietechnik hat zwischen Dezember 2024 und 2025 um mehr als 28% zugenommen. Das könnte der Schlüssel zur Rettung sein – oder zumindest ein Schritt in die richtige Richtung.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Herausforderungen sind groß, aber die Chancen für Unternehmen, die sich auf Autoteile spezialisiert haben, könnten in der Rüstungsindustrie liegen oder beim Umstieg auf E-Motoren. Es bleibt abzuwarten, ob starke Konjunkturimpulse nötig sein werden, um den Stellenabbau in der Industrie zu bremsen. Die Auftragsbücher im Gewerbe zeigen jedenfalls im letzten Quartal eine merkliche Verbesserung – vielleicht ist das der Anfang von etwas Neuem.