Heute ist der 20.06.2026 und während in den Küchen der Gastronomiebetriebe das Wasser kocht, brodelt es auch außerhalb der Töpfe. Monika Schnitzer, die Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, hat sich in einem aktuellen Interview klar gegen die Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie ausgesprochen. Es wird laut – und das nicht nur in den Töpfen, sondern auch in den Rechnungsbüchern. Die Senkung, die von 19 auf 7 Prozent fiel, sollte eigentlich eine Entlastung bringen, doch das Gegenteil ist eingetreten. Statt dass kleine Landgasthäuser profitieren, freuen sich große Ketten wie McDonald’s und Burger King über den Geldsegen. Ein echter Skandal, könnte man sagen, der die kleinen Betriebe in den Abgrund zieht.

Laut Schnitzer kostet die Senkung den Staat jährlich rund 3,4 Milliarden Euro. Ein schmerzhafter Betrag, der an anderer Stelle fehlt. Die Insolvenzen in der Gastronomie steigen seit 2022 kontinuierlich – und nun sind wir im Jahr 2025 angelangt, wo es bereits zum vierten Mal in Folge zu einem Anstieg gekommen ist. Laut Creditreform waren mehr als 2.900 Betriebe betroffen, das ist der höchste Stand seit 2011. Ein Rückgang der Restaurant- und Barbesuche, während Bestellungen nach Hause boomen, lässt viele kleine, inhabergeführte Betriebe ums Überleben kämpfen.

Die Schatten der Krise

Die Zahlen sind alarmierend: Seit 2020 gab es über 11.200 Insolvenzen in der Gastronomie. Fast 69.000 Unternehmen haben in diesem Zeitraum den Betrieb eingestellt. Auch bekannte Namen wie Sausalitos und Vapiano sind nicht verschont geblieben. Die Corona-Pandemie, die Energiekrise und die anhaltende Inflation haben die Branche stark getroffen. Viele Betriebe sind nicht mehr rentabel, und laut DEHOGA berichten zahlreiche Gastronomiebetriebe von preisbereinigten Umsatzverlusten im sechsten Jahr in Folge. Die Kosten für Waren, Personal und Energie sind seit 2022 teilweise um bis zu 40 Prozent gestiegen. Was ist da bloß los?

Die Kritik von Schnitzer beschränkt sich nicht nur auf die Mehrwertsteuersenkung. Sie fordert den Abbau von Subventionen mit falscher Lenkungswirkung, darunter auch die Dieselvergünstigung, die die Bundesregierung 2023 nicht vollständig abgeschafft hat. Was für ein Durcheinander! Sie hebt hervor, dass Deutschland die nötige Infrastruktur braucht, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Doch die Debatten über Zukunftstechnologien, besonders im Bereich der künstlichen Intelligenz, bleiben aus. Da fragt man sich: Wo bleibt die Vision für die Gastronomie der Zukunft?

Ein Ausblick in die Düsternis

Die Prognosen sind düster. Die Zahl der Firmenpleiten wird 2026 voraussichtlich so hoch sein wie zuletzt 2014. Vor allem die kleinen Betriebe, die oft mit Eigenkapitalquoten von weniger als 10 Prozent kämpfen, stehen vor riesigen Herausforderungen. Ein Drittel von ihnen schreibt Verluste. Die Gastronomie ist in einer Art Teufelskreis gefangen: hohe Lohnkosten, steigende Preise und ein Rückgang der Kundenfrequenz – das alles drückt auf die Stimmung und die Kassen. Wo bleibt da die Hoffnung?

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Die Mehrwertsteuersenkung hätte, so war es gedacht, die Preise senken und die Kunden anlocken sollen. Doch die Realität sieht anders aus. Die Preise sanken nur leicht und viele Betriebe kämpfen weiterhin mit den hohen Kosten. Wenn sich nichts ändert, wird das Gastgewerbe in Deutschland vor einer ungewissen Zukunft stehen. Ein Aufruf an die Verantwortlichen, die Stimme zu erheben und endlich etwas zu bewegen, ist dringend notwendig. Die Zeit drängt, denn es sind nicht nur die Töpfe, die überkochen – es sind auch die Träume vieler Gastronomen, die am Abgrund stehen.