Das Gastgewerbe in Deutschland ist derzeit besonders herausgefordert. Am 22. Mai 2026 hat das Statistische Bundesamt (Destatis) alarmierende Zahlen veröffentlicht: Im Februar 2026 wurden im Gastgewerbe 9,7 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen registriert. Das ist deutlich höher als der gesamtwirtschaftliche Durchschnitt von 5,8 Insolvenzen. Es ist fast so, als würde man einem alten Bekannten beim Straucheln zusehen – man möchte helfen, kann es aber nicht. Die Branche leidet und das spüren nicht nur die Unternehmen selbst, sondern auch die vielen Mitarbeiter, die um ihre Existenz bangen müssen.
Es ist nicht nur das Gastgewerbe, das mit diesen Herausforderungen kämpft. Im Bereich Verkehr und Lagerei wurden die höchsten Insolvenzquoten mit 11,1 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen verzeichnet, gefolgt vom Baugewerbe mit 8,8. Im Februar 2026 gab es in Deutschland insgesamt 2.053 Unternehmensinsolvenzen. Das sind „nur“ 0,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Ein kleiner Lichtblick? Vielleicht. Die Forderungen der Gläubiger beliefen sich auf etwa 2,5 Milliarden Euro, im Vorjahresmonat waren es noch rund 9,0 Milliarden Euro. Ein deutlicher Rückgang, der Hoffnung auf eine Stabilisierung gibt, doch die Unsicherheit bleibt.
Die Auswirkungen auf die Branche
Die Insolvenzanträge fließen erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistiken ein. Das bedeutet, dass der tatsächliche Antragstellungszeitpunkt oft schon Monate vorher liegt. Das ist ein bisschen so, als würde man auf ein Gewitter warten, während die Wolken sich schon längst zusammenbrauen. In Rheinland-Pfalz fehlen genauere Daten, die Vorjahreswerte wurden zur Berechnung des Bundesergebnisses verwendet. Ein ständiger Kampf gegen die Zeit und die Umstände.
Die Auswirkungen dieser Insolvenzen auf die Arbeitsplätze und die gesamte Wirtschaft sind nicht zu unterschätzen. Rund 80 % der insolventen Unternehmen sind Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten. Die GmbH ist die am häufigsten betroffene Rechtsform, gefolgt von Einzelunternehmen, die etwa 30 % der Insolvenzen ausmachen. Und was ist mit den größeren Unternehmen? Großinsolvenzen machen weniger als 1 % der Fälle aus, sind aber oft wirtschaftlich am beeindruckendsten – da sieht man die großen Wellen, die sie schlagen können.
Ein Blick in die Zukunft
Die Insolvenzquote bei Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern hat sich seit 2022 fast verdoppelt. Etablierte Mittelständler stehen zunehmend unter Druck und kämpfen mit den veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Es ist eine Zeit des Wandels und der Unsicherheit, und viele Unternehmen müssen kreativ werden, um zu überleben. Die durchschnittliche Befriedigungsquote für ungesicherte Insolvenzgläubiger liegt bei mageren 3-5 %. In vielen Fällen gehen die Gläubiger sogar leer aus – eine harte Realität.
Die Mehrheit der Insolvenzverfahren wird als Liquidationsverfahren durchgeführt. Nur etwa 1-2 % enden mit einer Sanierung im Wege eines Insolvenzplans. Das ist, als würde man ein Schiff mit einem kleinen Löchlein im Rumpf versuchen, zu reparieren – manchmal gibt es einfach nichts, was zu retten ist. Die Hoffnung bleibt, dass die Branche aus diesen Herausforderungen lernt und sich vielleicht sogar neu erfindet. Das Gastgewerbe hat schon viele Stürme überstanden, und man kann nur hoffen, dass es auch diesmal wieder gelingt, den Kurs zu halten.