Gastronomie in Deutschland vor dem Kollaps: Alarmierende Steuererhöhungen für Minijobs ab 2027
Die Gastronomie in Deutschland steht mal wieder vor einem stürmischen Horizont. Die Bundesregierung plant eine Verteuerung von Minijobs, und das Mook Magazin schlägt Alarm. „Staatliches Attentat“ nennen sie das Vorhaben. Man fragt sich, was hier eigentlich vor sich geht. Die Arbeitgeberabgaben könnten, wenn alles so umgesetzt wird, wie es geplant ist, von 31,17 auf 42,27 Prozent hochschnellen! Das sind 11,1 Prozentpunkte mehr – das ist nicht einfach nur ein bisschen, das ist ein riesen Sprung. Die Individualgastronomie, besonders die kleinen, handwerklich arbeitenden Betriebe, werden durch diese Maßnahmen besonders hart getroffen. Diese Betriebe brauchen flexible Arbeitskräfte für einzelne Schichten, Wochenenden oder spezielle Events. Mit den neuen Abgaben wird es aber schwer, wirtschaftlich sinnvolle Vollzeitstellen zu schaffen.
Das Mook Magazin spricht von einem „Minijob-GAU“ und warnt vor einem drohenden „Pleite-Tsunami“ in der Branche. Die Zahlen sprechen für sich: Eine Analyse von ZEW Mannheim und Creditreform prognostiziert, dass bis 2025 rund 15.000 Gaststätten und Beherbergungsunternehmen schließen werden – das macht 15 Prozent mehr als im Jahr 2024. Bei bereits steigenden Schließungszahlen von 11 Prozent im Vorjahr ist das eine alarmierende Entwicklung. Und auch der Umsatz? Laut dem Statistischen Bundesamt erlebte die Gastronomie im ersten Halbjahr 2026 einen realen Rückgang von 5,7 Prozent. In der Summe macht das die Situation für viele Betriebe nicht einfacher, um es mal vorsichtig auszudrücken.
Die geplanten Änderungen im Detail
Ab dem 1. Januar 2027 wird die Verdienstgrenze für Minijobs von 603 auf 633 Euro steigen. Das klingt erst mal nach einer positiven Veränderung, oder? Aber der Teufel steckt im Detail – die Pauschsteuer soll von 2 auf 5 Prozent angehoben werden. Das wird zusätzliche Kosten für die Betriebe mit sich bringen, und die Diskussion über weitere Belastungen bei der Kranken- und Pflegeversicherung ist ebenfalls noch nicht abgeschlossen. Der Bundestag und Bundesrat müssen diesen Steueränderungen noch zustimmen. Der DEHOGA hat bereits eine Kampagne ins Leben gerufen, um auf diese Missstände aufmerksam zu machen – „minijobs-erhalten.de“ ist das Motto. Doch die Frage bleibt: Wie viel Flexibilität gibt es wirklich, wenn die Kosten für Minijobs so hoch steigen?
Die neue Minijob-Grenze wird ab 2027 dann bei 633 Euro liegen, was etwa 43 Arbeitsstunden pro Monat entspricht. Ein Minijobber, der diese Grenze erreicht, wird bei den heutigen Abgaben von 31,17 Prozent mit 197,31 Euro Abgaben rechnen müssen – das macht insgesamt 830,31 Euro monatliche Kosten. Steigen die Abgaben auf 42,27 Prozent, sind es bereits 267,57 Euro Abgaben und damit 900,57 Euro monatliche Kosten. Ein gewaltiger Unterschied, der die Gastronomie in ihrer Flexibilität stark einschränken könnte.
Die Auswirkungen auf die Branche
Fast sieben Millionen Menschen arbeiten deutschlandweit in einem Minijob. Dabei haben 95 Prozent von ihnen eine Hauptbeschäftigung oder sind Studierende, Schüler oder Rentner. Die höhere Pauschsteuer wird in der Regel vom Arbeitgeber getragen, was bedeutet, dass der Auszahlungsbetrag der Minijobber nicht direkt betroffen ist. Aber die höhere Belastung könnte für viele Betriebe die Grenze dessen überschreiten, was sie sich leisten können. Starke, regelmäßig besetzte Minijob-Schichten könnten auf eine Teilzeitstelle hinweisen – ein weiterer Hinweis darauf, dass die Branche umdenken muss.
Die Gastronomie ist besonders von diesen Veränderungen betroffen. Sie ist auf flexibles Personal angewiesen, um auf die Nachfrage an Wochenenden oder in der Hochsaison reagieren zu können. Eine Anpassung der Dienstpläne könnte notwendig sein, um die Arbeitspositionen effizienter zu gestalten. Das bedeutet, dass Betriebe ihre Öffnungszeiten, Dienstpläne und Personalbesetzungen auf den Prüfstand stellen müssen, um nicht im Meer der steigenden Kosten unterzugehen.
Ein Blick in die Zukunft
Wie die Branche auf diese Herausforderungen reagieren wird, bleibt abzuwarten. Der DEHOGA fordert, zusätzliche Pflegeversicherungsbeiträge für Minijobs abzulehnen und die Pauschsteuer bei 2 Prozent zu belassen. Es sind also noch viele Fragen offen. Und während die Gastronomie weiter auf der Suche nach Lösungen ist, bleibt die Unsicherheit in der Luft. Der Wandel ist unausweichlich, und die Betriebe müssen sich anpassen, um nicht unterzugehen. Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen die Stimme der Branche hören und Maßnahmen ergreifen, die tatsächlich helfen.
